Bob und Wendy auf dem Spielplatz

Die Zeit, in der wegen des Coronavirus die Spielplätze gesperrt waren, nutzten Claudia und Uwe Grolik für Reparaturen.
Die Zeit, in der wegen des Coronavirus die Spielplätze gesperrt waren, nutzten Claudia und Uwe Grolik für Reparaturen.

Claudia und Uwe Grolik arbeiten zusammen bei der Awo als Hausmeister

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06. Mai 2020, 05:00 Uhr

Claudia Grolik zieht auf dem Spielplatz der Arbeiterwohlfahrt-Kindertagesstätte am Platz der Freundschaft in Güstrow auf einem Klettergerüst an einem mit einem großen Knoten vertäuten dicken Seil. „Alles in Ordnung“, stellt sie mit einem fachlich ausgebildeten Blick fest und schwingt sich sportlich auf den Boden. Daneben arbeitet ihr Mann, Uwe Grolik. Er kontrolliert mit einem Inbus die Schraubenverbindungen. Die Beiden sind nicht nur ein Ehepaar, sondern haben auch eine berufliche Zweisamkeit: Claudia und Uwe Grolik gehören zum Hausmeister-Team der Awo Güstrow.

„Ja“, meint die 45-Jährige, „das gibt es vermutlich nicht oft.“ Für Claudia Grolik ist es nach vielen beruflichen Stationen seit November 2017 endlich eine Tätigkeit, die ihr wirklich Spaß mache.

„Das Handwerken habe ich von meinem Vater. Außerdem liegt mir das Praktische“, sagt die gebürtige Lübeckerin und erklärt, was sie demnächst anstrebt: einen Schweißer- und einen Kettensägeschein.

An ihrer Arbeit liebe sie vor allem die Abwechslung und den Kontakt mit den Kindern, Bewohnern und Mitarbeitern. In zwei Kitas in Güstrow und Teterow, mit Spielplätzen. In zwei Pflegeheimen in Güstrow und Krakow am See. Im betreuten Wohnen in Güstrow und Teterow. Sowie im Familienbildungszentrum und in der Sozialstation. Und in der Tagespflege in Güstrow.

In Corona-Zeiten ist dies natürlich von hohen Sicherheits- und Hygienebestimmungen begleitet. Claudia Grolik: „Die Senioren sind sehr aufgeschlossen und für die Reparatur und ein kleines Gespräch dankbar. Bei den Kindern sind wir Bob, der Baumeister, und Wendy, in der Comic-Serie Bobs Partnerin. So etwas ist das beste Lob für unsere Arbeit.“

„Es gibt immer etwas zu tun. Vom Wechseln eines Wasserventils oder Waschbeckens bis zum Rasenmähen. Wenn nötig, verputze ich auch mal eine Wand“, ergänzt Uwe Grolik. Der gelernte Schlachter, der zuletzt Inhaber eines An- und Verkaufs an der Ecke Lindenstraße/Feldstraße in Güstrow war, stieß vor einem Jahr zur Hausmeister-Mannschaft der Awo dazu. „Der Elektriker war in Rente gegangen und ich habe einen Elektriker-Berechtigungsschein. Die Idee, dass ich mich bewerben soll, hatte meine Frau“, erinnert sich der 62-Jährige, der in Bölkow aufwuchs und seit einigen Jahren mit seiner Frau in einem neu gebauten Haus in Mühl Rosin wohnt.

Uwe Grolik liebt es, sich in seiner Tätigkeit so richtig auszutoben. „Ich bin ein Allrounder und liebe die Herausforderung, Situationen auch mal unkonventionell zu meistern und sich was einfallen zu lassen. Dabei hilft mir die Fähigkeit, abstrakt und logisch zu denken und zu handeln“, erklärt er. Erst kürzlich bewies er das wieder einmal. Grolik: „Ich mähte in der Kita Teterow den Rasen. Da riss die Spannfeder. Ich behob den Schaden mit zwei Kabelbindern – und weiter ging es.“

Oft werden die Groliks gefragt, ob das funktioniert: immer zusammen, auf Arbeit und zu Hause. „Da es verschiedene Bereiche gibt und die Arbeit sehr umfangreich ist, sehen wir uns manchmal bis auf das Mittagessen den ganzen Tag nicht. Die Gefahr, dass wir uns auf die Füße treten, ist daher sehr selten“, erzählt Uwe Grolik mit einem Schmunzeln.




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