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Blumenbranche : Blume immer mehr ein Luxusartikel

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Blumenmarkt hart umkämpft / Jüngst zwei Blumenläden in Güstrow geschlossen / Konkurrenz durch Discounter / Sinkende Kaufkraft beklagt

svz.de von
erstellt am 07.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Der Blumenmarkt in Güstrow ist hart umkämpft. Erst jüngst haben wieder zwei Blumengeschäfte in der Barlachstadt geschlossen. Neben einem Geschäft des Blumenhofs Griem in der Eisenbahnstraße auch der Traditionsstandort in der Domstraße 20, der zuletzt von der Firma Floristen-Duo betrieben wurde. „Die Blume ist ein Luxusartikel“, sagt Ralph Griem, mit seinem Bruder Maik Inhaber des größten Blumengeschäfts in Güstrow, dem Blumenhof Griem mit fünf Filialen in der Stadt selbst und einer in Ribnitz-Damgarten. „Und diesen Luxusartikel braucht man nicht unbedingt. Dennoch wollen viele Menschen Blumen und Pflanzen oder brauchen sie gar. An diese Kunden muss man rankommen.“

Laut Griem habe sich die Filiale in der Bahnhofstraße wirtschaftlich nicht mehr getragen. „Es war der falsche Standort“, sagt der Blumenhändler in dritter Generation. Auch das Geschäft in der Domstraße sei wirtschaftlich nicht mehr tragbar gewesen, sagt Blumenhändlerin Dörte Mielke, die zusammen mit Kristin Vollrath die Firma Floristen-Duo hat und noch einen Blumenladen am Güstrower Friedhof betreibt. „Es war immer unser Wunsch, einen Laden in der Innenstadt zu haben. Aber die Kaufkraft ist nicht da, es gibt kaum Parkmöglichkeiten in der Domstraße und die Mieten sind zu hoch“, begründet Dörte Mielke die Geschäftsschließung. „Wenn die Leute nur eine Rose kaufen, kann ich davon nicht die hohen Kosten decken.“ 2011 hatte das Floristen-Duo den Blumenladen mit langer Tradition in der Domstraße übernommen.

„Der Blumenmarkt ist hart umkämpft“, schildert Dörte Mielke die Situation der Blumenbranche in Güstrow. „Wir sind ein Fachgeschäft, aber es gibt viele, die sich Blumengeschäft nennen, aber nicht über das entsprechende Fachwissen verfügen“, sagt sie. Als Konkurrenten würden auch die zahlreichen Discounter und die Tankstellen hinzukommen, die günstig Blumen anbieten würden. „Die Leute haben nicht mehr so viel Geld übrig für Blumen“, resümiert Dörte Mielke.

Man müsse heute eine große Produktpalette und zahlreiche Dienstleistungen anbieten, um am Markt bestehen zu können, sagt Ralph Griem. Neben dem Verkauf von Schnittblumen und Sträußen macht sein Blumenhof Dekorationen für Hochzeiten, Neujahrsempfänge und sonstige Veranstaltungen. „Auch Beerdigungen sind ein wichtiger Bestandteil unseres Geschäftes“, sagt Griem. „Man muss überall präsent sein.“ Ebenso investiert der Blumenhof mit seinen 26 Mitarbeitern in die Werbung und ist auf Messen, wieder Güstrow-Schau vertreten. Seine Einschätzung des Blumenmarktes: „Man muss versuchen, besser zu sein, als die anderen, schneller reagieren und gute Produkte anbieten.“ Der Markt sei in den vergangenen Jahren immer härter geworden. „Vor allem wenn man nicht die Discounter-Schiene fahren will, sondern sein Niveau halten will und muss“, so Ralph Griem. Dennoch sei die Situation der Blumenbranche in keinster Weise aussichtslos: „Es geht tendenziell nicht bergab“, sagt der Blumenhändler.

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