Hochleistungskuh : Blaue Schärpe für 100 000-Liter-Kuh

Tierarzt Bernhard Gehlen freute sich gestern besonders, dass er noch die Ehrung einer 100 000-Liter-Kuh aus dem von ihm betreuten Stall miterleben darf, bevor er in den Ruhestand geht. Jörg Thiem hält die Hochleistungskuh fest.
Tierarzt Bernhard Gehlen freute sich gestern besonders, dass er noch die Ehrung einer 100 000-Liter-Kuh aus dem von ihm betreuten Stall miterleben darf, bevor er in den Ruhestand geht. Jörg Thiem hält die Hochleistungskuh fest.

Auszeichnung für „Brillant“ vom Landwirtschaftlichen Milchhof Kronskamp / Tierarzt Bernhard Gehlen geht in den Ruhestand

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12. Dezember 2013, 08:00 Uhr

„Brillant“ ist diesmal kein geschliffener Diamant, dafür aber eine Hochleistungskuh. Das am 5. Dezember 2001 geborene Tier hat die magische Marke von 100 000 Litern bisheriger Lebensleistung übersprungen. „Es ist unsere erste 100 000-Liter-Kuh. Wir hätten gern mehr davon“, sagte gestern Ralf Kocher, Vorstandsvorsitzender des Landwirtschaftlichen Milchhofes „Am Recknitztal“ in Kronskamp. Gestern hatte die Kuh „Brillant“ ihren großen Ehrentag. Jutta Lehmann vom Landeskontrollverband (LKV) legte ihr einer Schärpe um.

Dass die magische Marke nun auch auf dem Kronskamper Milchhof übersprungen wurde, ist für Kocher eine erwartete und logische Folge von Investitionen, die das Unternehmen in den vergangenen Jahren tätigte. „Und bei allen Diskussionen um Massentierhaltung zeigt es auch, dass Tiere in großen Beständen gesund und lange leben können“, betont Kocher. Nach dem generellen Umbau der Anlage Ende der 1990er-Jahre in einen Laufstall habe man vor vier und zwei Jahren nochmals in die Aufzucht investiert und die Haltungsbedingungen für die Kälber und Jungrinder verbessert. „Mehr Luft, mehr Licht, mehr Platz“, fasst der Landwirt zusammen. Während die Zahl von 470 Milchkühen eine stabile Größe im Unternehmen sei, produziere man etwas mehr Färsen, so dass der Nachwuchs nicht nur dafür ausreiche die eigenen Lücken im Milchviehbestand wieder zu schließen, sondern auch Färsen verkauft werden können.

Rund 1000 Tiere leben auf dem Milchhof in Kronskamp und in Teschow (Jungrinder). Zehn Mitarbeiter kümmern sich um die Tiere. Bei einem derzeitigen Milchpreis von derzeit 41 Cent pro Kilogramm schaut Kocher optimistisch in die Zukunft. Mit der Modernisierung der Stallanlagen sei man gewappnet, wenn 2015 voraussichtlich die Milchquote, die den Markt in Europa reguliert, abgeschafft wird. „Wir denken, dass wir mit verbesserter Aufzucht den Verkauf von Jungrindern zu einem zweiten Standbein entwickeln können“, informiert Kocher. Neben der Milchwirtschaft bewirtschaftet die Genossenschaft knapp 2000 Hektar Ackerfläche und Wiesen.

Ganz besonders gern war gestern Tierarzt Bernhard Gehlen, der die Rinder in Kronskamp seit Jahren betreut, bei der Ehrung der 100 000-Liter-Kuh dabei. „Es war schon lange mein Wunsch und mein Ziel auch einmal eine so leistungsstarke Kuh zu haben“, erklärte er. Und daran sei er auch nicht ganz unschuldig, fügte Kocher hinzu. Über eine lange Zeit habe man gut zusammengearbeitet. Zum Jahresende geht Gehlen mit 68 Jahren nun in den Ruhestand. Seit 1971 ist der Laager Hoftierarzt in der Recknitzstadt. „Zuerst habe ich hauptsächlich auf dem volkseigenen Gut gearbeitet“, berichtet er. Aber schon damals habe er manchmal in Kronskamp Urlaubsvertretung gemacht. Mit 65 Jahren habe er sich noch nicht in den Ruhestand verabschieden mögen, nun aber sei es Zeit. „Schade, dass man so schnell alt geworden ist“, sagt Bernhard Gehlen.

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