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Landkreis Rostock : Bitte auf Gartenfeuer verzichten!

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Landkreis verweist auf flächendeckende Entsorgung über Biotonne und Wertstoffhöfe. Abbrennen nur in Ausnahmefällen.

von
erstellt am 01.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Es hat schon etwas von einem Ritual: Zweimal jährlich – zum März und zum Oktober – wird über Gartenfeuer diskutiert. Ist nun das Abbrennen von Strauchwerk und Pflanzenresten in diesen beiden Monaten erlaubt oder ist es verboten? Weil die Antwort eher als Jein herüberkommt, hatte der Landkreis gestern eigens zu einem Pressetermin eingeladen. Umweltamtsleiter Roger Hewelt erklärte, dass das Verbrennen nur in Ausnahmefällen zulässig sei und wollte die Ausnahmesituationen aufgrund eines flächendeckenden Entsorgungssystems im Landkreis Rostock erheblich einschränken.

Der Knackpunkt: In der Pflanzenabfall-Landesverordnung MV ist ein Verbrennen von Gartenabfälle im März und Oktober werktags für zwei Stunden in der Zeit zwischen 8 und 18 Uhr zulässig, wenn die Nutzung von Entsorgungssystemen (z.B. Wertstoffhöfe) nicht möglich oder nicht zumutbar wäre. Was ist nun zumutbar? Hewelt bezieht sich auf eine Stellungnahme des Schweriner Wirtschaftsministerium zur Pflanzenabfall-Landesverordnung, die formuliert, dass bei flächendeckenden Entsorgungssystemen (Biotonne und Wertstoffhöfe) die Ausnahmen weit hinten an zu stellen seien. Hewelt schlussfolgert daraus, dass das Verbrennen von Gartenabfällen im Landkreis „eigentlich unzulässig“ wäre. Der Amtsleiter erklärt: „In Güstrow beispielsweise haben wir den Wertstoffhof, so dass es jedem zumutbar ist, seine Gartenabfälle dort hinzubringen.“ Die finanzielle Belastung sei dabei nicht von Belang. Der 75-jährige Rentner ohne eigenes Auto, der in Wardow-Ausbau unzählige Obstbäume beschnitten hat, wäre dann die Ausnahme. Der Landkreis halte die Regelungen in der Pflanzenabfall-Landesverordnung für ausreichend. „Wir müssen nicht extra regeln, was zumutbar ist. Wie appellieren an die Bürger verantwortungsbewusst zu handeln“, betont der Umweltamtsleiter. Das bedeute Gartenabfälle zu kompostieren oder zu lagern und sie dem Boden später wieder zuzuführen oder diese in Wertstoffhöfen abzugeben. Keinen Grund für Ausnahmen sieht Hewelt in Kleingartenanlagen. Falsch sei es auch Verbrennungsaktionen als Brauchtumsfeuer zu deklarieren. Diese seien an eine Öffentlichkeit gekoppelt und könnten nicht im privaten Garten stattfinden.


Regeln beim Verbrennen einhalten


Die Regeln der Pflanzenabfall-Landesverordnung: Gartenfeuer dürfen nur entfacht werden, wenn eine Kompostierung oder Lagerung auf dem Grundstück sowie die Nutzung der öffentlichen Entsorgungssysteme nicht möglich oder zumutbar ist. Die Verbrennung muss getrennt vom Lagerplatz erfolgen, um Lebewesen zu schützen. Wichtig sei außerdem, unnötige Rauchschwaden zu vermeiden und Brandschutzbestimmungen sowie Vorschriften aus dem Nachbarschaftsrecht, Naturschutzrecht und private Nutzungsrechte einzuhalten.

 

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