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50 Jahre Meister : Bis heute ein großer Tüftler

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Gundolf Möde (72) aus Mühl Rosin absolvierte vor 50 Jahren seine Meisterprüfung / Motorisierten Golf-Caddy entwickelt

Vor 50 Jahren absolvierte er seine Meisterprüfung und war damit einer der jüngsten Meister der DDR. Gundolf Möde ist heute Rentner, doch sein Ruhestand ist alles andere als ruhig. Bis heute tüftelt und werkelt der 72-Jährige in seinem Hobby-Raum in Mühl Rosin.

Vor einiger Zeit baute sich der 72-Jährige zum Beispiel einen Golf-Caddy mit Motorantrieb. Dreimal in der Woche geht er zum Golfen und es war für ihn eine Erleichterung den Wagen nicht immer selbst zu ziehen.

Das ist kein Wunder, denn Gundolf Möde arbeitete über 20 Jahre an der Pädagogischen Hochschule im technischen Bereich und setzte das in die Praxis um, was andere im Forschungsgerätebau in der Theorie entwickelt hatten. „Nebenbei haben wir damals u.a das erste Kunststoff-Surf-Brett der DDR konstruiert“, erzählt er. Darin spiegelt sich auch seine besondere Leidenschaft wider. Gundolf Möde liebte den Segelsport, trainierte Surferjugendgruppen bei Einheit Güstrow und fuhr zehn Jahre lang als Aktiver zu DDR-Meisterschaften. Das konnte er wiederum nur, weil er eine Arbeit gefunden hatte, bei der er eine geregelte Arbeitszeit hatte. Das war aber nicht immer so.

Geboren in Kolberg wuchs Gundolf Möde in Güstrow auf. Nach seiner Schulzeit lernte er drei Jahre in der Firma „Rulla“ in der Prahmstraße Elektro-Maschinenbauer. Gern wollte er in Wismar studieren, verpflichtete sich aber zuerst für einen längeren Armeedienst. Während dieser Zeit bereitete er sich bereits auf seine Meisterprüfung vor. Die legte er später in der Handwerkskammer Schwerin ab und war zu dieser Zeit bei der PGH Metall in der Rostocker Straße tätig. Als Meister arbeitete er schließlich im Starkstromanlagenbau in Rostock als Prüffeldleiter. „Wir haben elektrische Schiffsmaschinen, kleine Pumpmotoren und Generatoren repariert und Tests unterzogen“, erinnert sich Gundolf Möde.

Das war Arbeit, wie sie ihm gefallen hat, doch durch einen Unfall konnte er diese nicht mehr ausüben und ging zur Pädagogischen Hochschule. 1986 schließlich machte sich der Maschinenbauer selbstständig und baute eine Werkstatt auf seinem Grundstück in Mühl Rosin. „Wir haben zum Beispiel Motoren für ein Berliner Werk entwickelt “, erzählt er. Als die Wende kam wollte aber keiner mehr diese Motoren haben. Dann legte Gundolf Möde sofort den Schalter um und verkaufte das, was gewünscht war. Er besorgte Satellitenanlagen, Tiefkühltruhen für die Bauern und Haushaltsgeräte. Das lief so gut, dass er für ein paar Jahre noch einen zweiten Laden in der Güstrower Südstadt eröffnete. „Meine Frau Waltraud und mein Sohn Kay kümmerten sich um die Läden und ich um den Service“, sagt er.

Ein gesundheitlicher Warnschuss ließ ihn jedoch aufmerksam werden und der aktive Mühl Rosiner entschloss sich: „Ich mache nur noch das, was mir Spaß macht.“ Etwas zu bauen muss er zwar auch heute noch haben, doch Gundolf Möde kann sich auch gut mit der Pflege seines Grundstückes beschäftigen. Da bleibt außerdem noch Zeit, den Kindern unter die Arme zu greifen und beim LAC Mühl Rosin im Hintergrund mitzuarbeiten. Die Liebe zum Sport hat er an seine Kinder weiter gegeben, hat sie aber auch sich selbst erhalten.



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