Natur-Doku : Biologiestunde bei Nebel-Filmdreh

Katrin Müller verteilt an die Schüler die Aufgaben. Rechts Roland Blum.  Fotos: hans-jürgen kowalzik (2)
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Katrin Müller verteilt an die Schüler die Aufgaben. Rechts Roland Blum. Fotos: hans-jürgen kowalzik (2)

Dokumentarfilmer Roland Blum drehte mit Krakower Schülern für ZDF-Film im Durchbruchstal bei Kuchelmiß

svz.de von
15. September 2015, 06:00 Uhr

Cedric Rodenstein betrachtet einen Grasfrosch, der auf seiner Hand sitzt. Zoe Peters und Lydia Weißbach haben zur gleichen Zeit Wasser in einem Glas, halten es gegen das Licht und bestimmen die Farbe. Zwei Aktionen von Schülern der 6 a und 6 b der Krakower Schule während einer besonderen Biologiestunde. Die fand am Donnerstag am Jägerstieg im Nebeldurchbruchstal bei Kuchelmiß statt.

Der Anlass war die Idee des Dokumentarfilmers Roland Blum, die Schüler während ihrer Naturbeobachtungen in seine ZDF-Doku „Die Nebel“ (SVZ berichtete) einzubeziehen. Der Film wird am 22. Mai 2016 am Tag der Biodiversität (Artenvielfalt) gesendet. Unterstützt wurden die Kinder von ihrer Biologielehrerin Katrin Müller sowie dem Krakower Geowissenschaftler Sebastian Lorenz, ehrenamtlicher Betreuer des Obersees, und von Volker Thiele, Geschäftsführer der Bützower Firma „biota“, die seit Jahren zur Nebel forscht und mehrere Teil des Flusses saniert hat.


„Der Filmdreh ist ein Traum“


Blum drehte mit seiner Crew an einem Flachwasserstück der Nebel, die sich bei Serrahn und Kuchelmiß durch ein u-förmiges Tal schlängelt. Die Schüler erhielten von ihrer Lehrerin die Aufgabe, u.a. das Wasser auf Farbe, Geruch, Schwebstoffe, Härte, ph-Wert und Temperatur zu kontrollieren. Gleichzeitig wurden sie auf die Suche nach Tieren sowohl im Wasser als auch am Ufer geschickt. „ Das ist total spannend, so die Natur zu erleben und zu beobachten“, freute sich Zoe Peters. Lehrerin Katrin Müller befand begeistert: „Der Filmdreh ist ein Traum, mal was ganz anderes. Wir werden alles im Unterricht auswerten. Es passt genau zum Lehrstoff, denn wir behandeln gerade Wirbeltiere und Wirbellose.“

Sebastian Lorenz war es wichtig, diese nichtalltägliche Gelegenheit zu nutzen, um den Schülern Wissen zu vermitteln und sie darauf aufmerksam zu machen, was in der Natur alles zu finden ist. Das Nebeldurchbruchstal ist für ihn dabei ein besonderer Platz und darf insofern in der Doku Roland Blums nicht fehlen. Lorenz: „Hier an diesem Ort hat es die Nebel geschafft durch die so genannte pommersche Eiszeitrandlage zum Einzugsgebiet der Ostsee und nicht der Nordsee zu gehören. Das spielte sich vor ungefähr 11 000 Jahren ab.“

Volker Thiele stellte als profunder Kenner der Materie heraus, dass die Nebel eine besondere Lebenswelt hervorgebracht hat. Mit Jonas Schottland schaute er sich z.B. eine Hildenbrandia an. Eine seltene Rotalge, die an Steinen wie ein krustenartiger Überzug aussieht und daher vom Laien meist nicht als Alge erkannt wird.

Roland Blum war mit seinen kleinen Schauspielern vollauf zufrieden. „Kinder gehören in solch einen Film, in dem es um die Umwelt geht. Denn diese Schüler sind die nächste Generation, die die Natur bewahren sollen. Dass sie dafür ein Händchen haben, zeigten sie mit ihrem Eifer, wie sie die Nebel erkundeten“, resümierte er.

Außerdem dokumentierte Blum in dieser Woche mit Dr. Arno Waterstraat von der Gesellschaft für Naturschutz und Landschaftsökologie Fischzählungen. Blum: „17 Arten wurden nachgewiesen.“ Einen Tag später war er mit Sebastian Lorenz und Landwirt Wilfried Baldermann auf dem Großen Werder im Naturschutzgebiet Obersee. Im Kasten hat Blum auch bereits das Problem der Bewässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen. Blum: „Das Abpumpen von Oberflächenwasser und Grundwasser ist für mich grenzwertig.“

Die nächsten Drehtermine für die Nebel-Doku stehen schon fest: im Oktober der Vogelzug und im November das Laichen der Forellen.

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