Landkreis Rostock : Bildungspaket für viele Buch mit sieben Siegeln

Kay-Uwe Neumann, Pressesprecher des Landkreises, präsentiert eine vergrößerte  Bildungskarte, mit der Angebote aus dem Bildungspaket in Anspruch genommen werden können.
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Kay-Uwe Neumann, Pressesprecher des Landkreises, präsentiert eine vergrößerte Bildungskarte, mit der Angebote aus dem Bildungspaket in Anspruch genommen werden können.

Wesentlich mehr Anspruchsberechtigte könnten profitieren / Landkreis Rostock wirbt für Bildungskarte

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01. April 2015, 06:00 Uhr

Noch immer gibt es Unsicherheiten in Bezug auf das 2011 eingeführte Bildungspaket. Wer darf welche Leistungen überhaupt in Anspruch nehmen? Und an wen können sich Anspruchsberechtigte wenden? Zur Vereinfachung hat der Landkreis Rostock bereits im Juli 2014 die so genannte Bildungskarte eingeführt. 1500 dieser „Ausweise“ im Scheckkartenformat, mit denen sozial Benachteiligte für ihre Kinder bestimmte Angebote in Anspruch nehmen können, wurden schon ausgestellt. „Das ist aber nicht die Masse, die es sein könnte“, unterstreicht Kay-Uwe Neumann, Pressesprecher des Landkreises. Die Zahl derjenigen, die vom Bildungspaket profitieren könnten, liegt viel höher. Doch nicht einmal der Landkreis hat einen genauen Überblick, wie viele Anspruchsberechtigte es konkret gibt.


Genaue Zahl der Berechtigten unklar


„Wie viele Anspruchsberechtigte es insgesamt im gesamten Landkreis gibt, ist derzeit nicht darstellbar. Hierfür müssten die nach den verschiedenen Rechtskreisen theoretisch Anspruchsberechtigten ausgezählt und mögliche Doppelungen sodann gefiltert werden. Hieran wird gearbeitet“, sagt Neumann. Dennoch: „Der Landkreis wünscht sich eine stärkere Inanspruchnahme der Leistungen aus dem Bildungspaket.“ Deshalb wurde jetzt ein Flyer erstellt, der die wesentlichen Eckpunkte des Bildungspakets kurz, knapp und allgemeinverständlich für Kinder und Jugendliche darstellt. Dieser wurde bereits an Sportvereine, Vereine, Lernförderer, Musikschulen, Wohngeldstellen usw. verteilt. Das Bildungspaket gilt ab Geburt und bis zum Ende der Schullaufbahn, längstens bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres. Wer Arbeitslosengeld II bezieht, stellt den Antrag auf eine Bildungskarte beim Jobcenter, wer Wohngeld, Kinderzuschlag, Sozialhilfe oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommt, stellt den Antrag beim Sozialamt des Landkreises.

Unter www.bildungs-karte.org können sich Kinder oder Jugendliche über die Anbieter und Angebote aus ihrer Region informieren. Im Landkreis Rostock können die Kinder und Jugendlichen derzeit bei 132 Anbietern die Bildungskarte nutzen. „Laufend melden sich weitere Anbieter an“, sagt Neumann. Die Bildungskarte wird in den Bereichen Mittagessen, Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben, also z.B. bei Vereinsmitgliedschaften, sowie seit dem 16. Februar auch in der Lernförderung eingesetzt. „An erster Stelle wird die Karte bei der Mittagsverpflegung in Schulen genutzt. Es folgt dann die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben und die Lernförderung“, erläutert Neumann. Jeden Monat können diese Angebote in Anspruch genommen werden, wenn sie denn bewilligt worden sind. So gibt es u.a. monatlich zehn Euro für die „Soziokulturelle Teilhabe“, also für Sport, Freizeit, Kultur, für gemeinschaftliche Freizeiten und/oder Vereinsmitgliedschaften.

„Wir möchten, dass sich noch mehr Anspruchsberechtigte mit den Angeboten des Bildungspaketes auseinandersetzen“, so Neumann. Anträge sowie Ansprechpartner aus dem Sozialamt gibt es auf der Internetseite des Landkreises unter www.landkreis-rostock.de.  

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