Landkreis Rostock : Bildungskarte löst Teilhabe-Gutscheine ab

Sozialamtsleiterin Monika Mätsch und Landrat Sebastian Constien: So sieht sie aus, die neue Bildungskarte.
Sozialamtsleiterin Monika Mätsch und Landrat Sebastian Constien: So sieht sie aus, die neue Bildungskarte.

Leichterer Zugang für Eltern, Kinder und Jugendliche, geringerer Verwaltungsaufwand, zuverlässige Rückzahlung an Träger

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12. Juli 2014, 06:00 Uhr

Das Bildungs- und Teilhabepaket, Lieblingsprojekt der Sozialministerin Ursula von der Leyen: Vor drei Jahren mit viel Leidenschaft eingeführt, ist die Politik mit seiner Nutzung noch nicht zufrieden. Deutlich mehr Kinder und Jugendliche aus Familien mit geringem Einkommen könnten von den Förderangeboten profitieren. Während das Mittagessen in Kindergarten und Schule von nahezu allen Bedürftigen genutzt werde, gebe es noch erhebliche Defizite bei den soziokulturellen Angeboten, weiß Monika Mätsch, Leiterin des Sozialamtes beim Landkreis. Als einen Grund dafür hat die Amtsleiterin den Verwaltungsaufwand ausgemacht, den ihre Mitarbeiter und die Partner des Landkreises aufwenden müssten. Eine neue Bildungskarte, eingeführt in dieser Woche für Neu-Antragsteller und für die Weiterbewilligung, wird das bisher praktizierte Gutscheinsystem bzw. Vorschusszahlungen ablösen und soll alles einfacher machen.

Die Karte sieht aus wie eine Geldkarte, enthält jedoch kein Guthaben und auch sonst keine persönlichen Daten. Doch bei der Vorlage, z.B. bei einem Sportverein, kann der Leistungsträger in das Konto des Bewerbers – und damit seine Berechtigung zum Bezug des beantragten Angebots – einsehen und „belasten“. Bis zu einem halben Jahr kann so, beispielsweise, der Monatsbeitrag für die Vereinsmitgliedschaft „kassiert“ werden. Bis Mitte des Folgemonats, verspricht Monika Mätsch, sei das Geld auf dem Konto des Vereins. Genutzt werden kann die Karte für eine breite Palette von kulturellen und Freizeitaktivitäten: Klassenfahrt, Nachhilfeunterricht, Mittagessen…

Antragsberechtigt im Jobcenter sind Bezieher von Arbeitslosengeld II sowie von Sozialgeld, Wohngeld- oder Kindergeldzuschlag-Berechtigte sowie Empfänger von Sozialhilfe, die ihre Anträge im Sozialamt stellen müssen. Matthias Bonack vom Jobcenter Güstrow: „Mit dieser Karte bekommen die Betreffenden was an die Hand und können selbst etwas draus machen.“

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