Wollhalle Güstrow : Bildhauer von Schriftsteller Uwe Johnson inspiriert

Bildhauer Dieter Prange: „Impulse für persönliche Erinnerungsarbeit freisetzen.“
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Bildhauer Dieter Prange: „Impulse für persönliche Erinnerungsarbeit freisetzen.“

Neue Ausstellung „Skulpturen. Hommage an Uwe Johnson“ von Dieter Prange in Güstrower Wollhalle

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15. Dezember 2014, 05:00 Uhr

„Deutsch-deutsche Befindlichkeiten“ – so nennt der Bildhauer Dieter Prange seine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Schriftsteller Uwe Johnson (1934 bis 1984). Johnson gilt als „Sohn der Stadt Güstrow“, besuchte er doch von 1948 bis 1952 hier die John-Brinckman-Oberschule. In seinem Roman „Ingrid Babendererde“ ließ er zudem reale politische Ereignisse dieser Zeit aus Güstrow einfließen. Da passt es, dass zum Ende des Uwe-Johnson-Jahres Dieter Prange seine Ausstellung „Skulpturen. Hommage an Uwe Johnson“ nennt. In der Städtischen Galerie Wollhalle sind seit Sonnabend 36 Skulpturen, 30 Druckstöcke zum Holzschnitt-Zyklus „Seeblicke“ sowie 15 Holzschnitte des 64-jährigen Bildhauers zu sehen. Gezeigt werden die Werke bis zum 8. Februar 2015.


„Philosophischer Rohstoff“


Prange, geboren in Heringsdorf, lebt und arbeitet heute in Sachsen. Während seiner Zeit in Berlin setzte er sich mit Künstlerfreunden systemkritisch mit der DDR auseinander. „Da waren die Schriften von Johnson ganz wichtig, eine Art philosophischer Rohstoff“, sagte er Sonnabend bei der Ausstellungseröffnung in der Barlachstadt. Johnson sei für ihn ein Vorbild bei der Auseinandersetzung mit der deutsch-deutschen Vergangenheit. „Ein ganz wichtiger Zeitzeuge unseres deutschen Schicksals“, sagt Prange. „Ich empfinde Johnsons Werke als literarischen Torso, der mir als Bildhauer die Möglichkeit einer philosophisch-bildkünstlerischen Fortsetzung seiner Thematik ermöglicht und dem Betrachter meiner Arbeiten wiederum eigene Erinnerungsräume offen hält und Impulse für persönliche Erinnerungsarbeit freisetzt.“

Pranges Arbeiten sind erstmals in Güstrow zu sehen. Von der Wollhalle als Ausstellungsort zeigte sich der Bildhauer beeindruckt. „Die Wollhalle hat ein Hauptschiff und zwei Nebenschiffe – sehr inspirierend“, so Dieter Prange. Bei der Vorbereitung zu der neuen Schau habe die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Stadt zudem sehr gut funktioniert.

Das Ausstellungsjahr geht mit der „Hommage an Uwe Johnson“ in der Wollhalle zu Ende. „Nach dieser Schau machen wir eine kleine Pause, der Ausstellungsraum soll innen renoviert werden“, sagt Anett Zimmermann von der Kulturabteilung der Stadt. Doch schon Ende März muss alles fertig sein, denn dann beginnt die erste Exposition 2015. Gezeigt werden Fotografien und Keramik.

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