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Verein vorgestellt : Bienenfleißige Vereinsmitglieder

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

SVZ-Serie „Vereine in der Region“: Der Imkerverein Güstrow West feiert sein 25-jähriges Bestehen

Für die Mitglieder des Imkervereins Güstrow West hat die neue Saison begonnen. „Alle sieben Tage müssen wir jetzt die Völker kontrollieren. Offene Königinnenzellen müssen entfernt werden, da sonst die Königin mit einem Großteil des Volkes ausschwärmt und der jungen Königin, die in ein paar Tagen schlüpft, den Bienenstock überlässt. Auch neue Drohnenwaben, die oft Keimzellen für die gefährliche Varroa-Milbe sind, müssen herausgeschnitten werden. Und reifer Honig muss geschleudert werden. Auch kann man mit der Gründung neuer Völker beginnen, wenn man über eine Königin verfügt“, beschreibt Vereinschef Egbert Zielke einige der Aufgaben, die die Imker jetzt zu erledigen haben. Bereits Anfang April hätten die Vereinsmitglieder ihre Bestände freiwillig auf die amerikanische Faulbrut untersuchen lassen.

Imker sind Individualisten, die sich aber im Verein vornehmlich in der kalten Jahreszeit treffen, zu Schulungen und Lehrgängen fahren und ihre Erfahrungen austauschen. Am 3. September steht eine solche Schulung im Kalender. Da erfahren die Vereinsmitglieder von Winfried Dyrba, Leiter des Bienenzuchtzentrums Bantin bei Wittenburg, die neusten Ergebnisse der Bienenforschung. Anschließend soll bei einem gemütlichen Beisammensein der 25. Geburtstag des Güstrower Vereins gefeiert werden. „Gegenwärtig zählt unser Verein 29 Mitglieder, die als Freizeit-Imker zwischen drei und 25 Völker halten“, entnimmt Sibylle Diehr, Kassenwartin im Verein und aktive Bienenzüchterin, ihren Unterlagen. Nach der Anzahl der Völker und den freiwilligen Ergänzungsversicherungen richtet sich der Beitrag, den die Mitglieder bezahlen. Der Verein Güstrow West ist damit einer von knapp 80 Ortsgruppen, die den Landesverband der Imker bilden. Insgesamt sind in Mecklenburg-Vorpommern zirka 1500 Freizeit-Imker aktiv.

Vereinschef Egbert Zielke brennt für die Imkerei. Schon als Kind sei er durch Eltern und Großeltern mit Bienen groß geworden. Als Selbstständiger habe im Berufsleben die Zeit gefehlt, aber als er vor acht Jahren seine Firma an den Sohn weitergab, besann er sich wieder auf die Imkerei. „Es ist eine nützliche und ausfüllende Freizeitbeschäftigung. Ich möchte sie nicht missen“, sagt der 72-Jährige, der selbst 24 Völker betreut und sich im Verein mit Bernd Lippert zum Bienensachverständigen qualifizierte.

„Die Biene gehört zu den nützlichsten Tieren“, bekräftigt Sibylle Diehr. Honig, an den die meisten Menschen dabei denken, sei eher ein Nebenprodukt. Die wichtigste Aufgabe der Bienen ist die Bestäubung. Rund 85 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge in Deutschland sind von der Bestäubung durch die geflügelten Helfer abhängig. Und rund 80 Prozent der 2000 bis 3000 heimischen Nutzpflanzen sind auf die Bestäubung von Honigbienen angewiesen. „Deshalb ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Imkern sehr wichtig, um beispielsweise das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln genau abzusprechen“, bekräftigt Sibylle Diehr, die sich um 16 Völker kümmert.

Dabei genießt die Bienenzucht in Mecklenburg-Vorpommern einen hohen Stellenwert. Es sei das einzige Bundesland, das die Blühflächen der Landwirte fördere. Und auch die Jung-Imker finden in Meck-Pom Unterstützung. „Dabei kann bis zu 70 Prozent der Investitionen, die eine solche Freizeitbeschäftigung erfordert, gefördert werden. Die Anträge dafür müssen jeweils bis zum 31. Januar gestellt sein“, weiß Egbert Zielke. Und er verweist auf den Verein, der Anfängern gern mit Rat und Tat zur Seite steht.

 



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