Güstrow : Bienen verharren in Startlöchern

Bernd Lippert hat über Winter acht Bienenvölker verloren, bleibt aber dennoch optimistisch.
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Bernd Lippert hat über Winter acht Bienenvölker verloren, bleibt aber dennoch optimistisch.

Nur zögerlich entwickeln sich die Völker bei dem kühlen Frühlingswetter – die Imker rechnen mit weniger Honig in diesem Jahr.

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09. Mai 2017, 21:00 Uhr

Für die Bienen geht es gerade auf und ab, für die Imker ebenso. Am Wochenende keimte Hoffnung. Die Rapsblüte kommt endlich in die Gänge. Die Bienen machten sich an „die Arbeit“. Dann wieder kühle Luft aus dem Norden. „Es wird wohl weniger Honig geben“, denkt Bernd Lippert (60). Zumindest aber wird man etwas länger als gewohnt auf den ersten frischen Honig warten müssen. „Bienen können solche Situationen aber auch kompensieren. Warten wir mal ab“, fügt der Hobbyimker hinzu.

Für die Bienen war und ist es ein schwieriger Start ins Jahr. Die Völker seien in ihrer Entwicklung noch ein Stück zurück. Dennoch ist Bernd Lippert optimistisch: „Die Königinnen fangen an zu stiften sowie es warm wird.“ Ganz wichtig sei ein ausreichendes Pollenangebot. Die Immen bräuchten mehr Blühwiesen, insbesondere um gut genährt in den Winter gehen und diesen dann auch überstehen zu können. Bernd Lippert sieht eine bessere Kooperation zwischen Imkern und Landwirten als Weg in die Zukunft. Wiesenblumen, Phacelias (Bienenfreund) und Efeu seien im Herbst ideale Pollenspender. Leider haben acht von 18 Völkern den Winter nicht überstanden, muss der Hobbyimker resümieren, weiß, dass Imker daran oft genug eine Mitschuld tragen und schließt sich selber dabei nicht aus. Die Probleme sind bekannt. Es sind die Varroa-Milbe, die den Bienenvölkern zusetzt, und die amerikanische Faulbrut. Im Spätsommer und Herbst muss der Imker diese Feinde bekämpfen. Jede Nachlässigkeit in dieser Hinsicht kann böse Folgen haben. So mache man immer wieder neue Erfahrungen, betont Bernd Lippert und denkt, dass er seinen Stamm u.a. durch das Teilen gut entwickelter Völker wieder wird aufbauen können.

Normalerweise wird nach Ende der Rapsblüte – meist Mitte Juni – der erste Honig geschleudert. Danach blühen u.a. die Linden. Ein zweites oder gar ein drittes Mal könne der Imker Honig schleudern. Dann sei die Saison auch schon wieder vorbei. Die Vermarktung des Honigs ist für Bernd Lippert überhaupt kein Problem. Verwandte, Freunde und Bekannte würden den Honig aus der Region schätzen.

Bernd Lippert imkert übrigens nicht nur für sich allein. Er gibt sein Wissen und seiner Erfahrungen in einem Kursus der Volkshochschule weiter. Gerade geht wieder einer dieser Kurse zu Ende. Das Interesse sei riesengroß, stets gebe es mehr Anmeldungen als Plätze, berichtet der 60-Jährige, der schon mit 14 Jahren erste Erfahrungen als Imker sammelte.

„Es gab bei uns im Dorf einen alten Imker“, erinnert er sich. Der Umgang mit den Bienen habe ihn fasziniert. Nach einer Unterbrechung habe er Ende der 1980er-Jahre wieder damit begonnen. „Bienen sind immens wichtig für unser Ökosystem“ benennt er einen Grund. Außerdem sei es eine sinnvolle wie auch schöne Beschäftigung. „Man ist in der Natur und braucht an nichts anderes zu denken“, versucht der Hobbyimker eine weitere Erklärung. Es sei ein toller Ausgleich zum Alltag als Leiter des Diakonie-Pflegeheimes „Am Rosengarten“. Und außerdem seien die Imker eine „ganz eigene Spezies, man fühlt sich untereinander sehr verbunden“, formuliert Bernd Lippert.

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