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Güstrower Anzeiger

22. August 2017 | 05:25 Uhr

Imker : Bienen summen schon munter

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Hobbyimker bereiten neue Saison vor / Völker gut über den Winter gekommen / Hoffen auf mehr Honig als im vergangenen Jahr

Es ist ein munteres Summen am Bienenwagen, der windgeschützt und ein bisschen schattig in einem kleinen Wäldchen am Rande der Seeblick-Gartenanlagen in der Güstrower Südstadt steht. Die Bienen sind gut über den Winter gekommen, freut sich Hobbyimker Norbert Kempke (53). Zwei Völker habe er verloren, in einem Fall sei er selbst schuld gewesen, schätzt er bedauernd ein. Frohlockend schaut er in die sich entfaltende Natur. Schon bald wird sein Bienenwagen nach Neuhof rollen. „Die Rapsblüte beschert uns die Haupternte im Jahr“, sagt Norbert Kempke. Nach einer schlechten „Honigernte“ des vergangenen Jahres ist der Hobbyimker mit 24 Völkern voller Hoffnung.

Sein Honig aus dem vergangenen Jahr habe nur für fünf Monate gereicht. Manche Nachfrage habe er abschlägig beantworten müssen. Die Vermarktung, die dem Hobbyimker selbst obliegt, sei nicht mehr das Problem. Er habe einen festen Kundenstamm. „Die Leute möchten Honig aus der Region haben“, weiß Norbert Kempke, der schon als Kind seinem Vater zur Hand ging. Der habe 1973 den Bienenwagen am Rande der Gartenanlage aufgestellt. Dort, so wünscht es sich Norbert Kempke, solle er auch bleiben. Ein gutes Stück Idealismus gehöre schon zur Hobbyimkerei. Ohne die Hilfe der Familie könnte es der 53-Jährige neben der Arbeit nicht schaffen. „Meine Töchter beispielsweise übernehmen immer das Schleudern“, erzählt er. Zwei Wochen um die 20 Grad Celsius, dann könnten sie wieder ihre Arbeit verrichten.

Zuvor gehört gerade noch ein bisschen Bangen zum Imkeralltag. Die amerikanische Faulbrut – eine Brutkrankheit, die keinen Einfluss auf die Qualität des Honigs hat –, eine zerstörerische Krankheit, habe sich im vergangenen Jahr in Güstrow ausgebreitet. „Das war der härteste Einschnitt, den die Güstrower Imkern hinnehmen mussten“, sagt Norbert Kempke, der stellvertretender Vorsitzender des hiesigen Imkervereins ist. Aus seiner Sicht ist ein Volk bei Befall verloren. Es gebe auch Möglichkeiten der Sanierung, aber der Güstrower Imker zweifelt an der Sinnhaftigkeit. Solche Versuche seien kaum einmal gutgegangen. Proben seien durch das Veterinäramt des Landkreises genommen worden. Jetzt warte man auf das Ergebnis. Er hofft, dass der Sperrbezirk für Güstrow wieder aufgehoben werden kann. Die seit Jahren äußerst lästige Varroa-Milbe, die den Bienenvölkern zusetzt, habe er ganz gut im Griff, schätzt Norbert Kempke ein.

Ein Problem aber bleibt den Imkern in Güstrow wie im ganzen Land: Es fehlt der Nachwuchs. „Wer ein junges Mitglied besorgt, ist bei uns ein Held“, schmunzelt der Hobbyimker. Sicher sei die Imkerei mit viel Arbeit verbunden. Eine gehörige Portion Fachwissen ließe sich erarbeiten. Und das Ergebnis sei schließlich eine „himmlische Süßigkeit“.

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erstellt am 08.Apr.2014 | 06:00 Uhr

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