Imker : Bienen beobachten und pflegen

Egbert Zielke (r.) hält seine Bienen in so genannten Magazinen. Im Herbst gilt es, die Völker kontinuierlich zu beobachten. Landwirt Steffen Ladwig und Imker Ingo Kleinwächter werfen ebenfalls einen Blick in die „Bienenstuben“.
Egbert Zielke (r.) hält seine Bienen in so genannten Magazinen. Im Herbst gilt es, die Völker kontinuierlich zu beobachten. Landwirt Steffen Ladwig und Imker Ingo Kleinwächter werfen ebenfalls einen Blick in die „Bienenstuben“.

Imker bereiten Bienenvölker im Herbst auf die Winterruhe vor - Ganz wichtig: Kampf gegen die Varoa-Milbe.

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07. November 2017, 12:00 Uhr

Der letzte Honig für dieses Jahr ist längst geschleudert. Hobbyimker können sich deshalb aber längst noch nicht zur Ruhe setzen. Der Herbst ist die Zeit, die Bienenvölker gut in den Winter zu bringen, sie zu beobachten, zu füttern und Schädlinge zu bekämpfen. „Im Winter lässt man die Völker dann möglichst völlig in Ruhe“, sagt Egbert Zielke (74), Vorsitzender des Güstrower Imkerverein.

Viel ist in den vergangenen Wochen über immer weniger Insekten und die Folgen für die Kulturlandschaft diskutiert worden. Die Bienen sind dabei nur eine Art, ihr Beitrag bei der Bestäubung von Pflanzen vom Obst bis zum Raps und damit für die Produktion von Lebensmitteln aber von größter Bedeutung. Für die Hobbyimker – 30 sind im Güstrower Verein organisiert – heißt es jetzt alles zu tun, damit ihre Völker gut über den Winter kommen. Dabei, so berichtet Zielke, reiche es nicht aus, einmal gegen die Varoa-Milbe zu spritzen. Immer wieder müsse man die Völker beobachten und entscheiden, was für ihre Gesundheit zu tun ist.

„Ein Verlust von fünf bis zehn Prozent ist normal“, sagt Hobbyimker Ingo Kleinwächter (70). Wenn es mehr wird, sieht er in erster Linie Unerfahrenheit oder Dummheit im Spiel. Bekämpft wird die Milbe übrigens nicht etwa mit irgendeinem Gift, sondern mit Ameisensäure – biologisch abbaubar, berichtet Kleinwächter. Mit der amerikanischen Faulbrut habe man aktuell in der Region glücklicherweise nicht zu tun, fügt Zielke hinzu.

Außerdem müsse jetzt ganz gezielt zugefüttert werden. „Anders geht es gar nicht,“ betont Zielke. Erst seien die Bienen zu Beginn des Jahres nur ganz schwer in Gang gekommen, weil es noch im April und bis in den Mai hinein zu kalt gewesen war. Der Oktober habe sich dagegen recht mild gezeigt, so dass noch keine Ruhe im Bienenstock eintrat. Die Ernte des Jahres bezeichnet Zielke als durchschnittlich, Rapshonig habe er weniger als sonst geschleudert. Etwa ein Drittel weniger Honig resümiert Ingo Kleinwächter. Im Jahr zuvor sei das Ergebnis aber auch herausragend gewesen. „Was die Bienen ranschleppen, ist kaum vorstellbar“, bemüht er das Bild vom Bienenfleiß.


Landwirte und Imker im Dialog

Einig sind sich beide Imker, dass sie allein nicht die Immen retten. Ein gedeihliches Miteinander mit den Landwirten sei ebenfalls wichtig. Mit dem Domgut in Dehmen weiß Zielke einen sehr guten Partner an seiner Seite. 25 Bienenvölker würden in Dehmen stehen, berichtet der 74-Jährige. Sie würden in erster Linie Raps- und Kornblumenblüten besuchen, aber auch sonst allerlei Leckeres finden. Landwirt Steffen Ladwig (49) spricht von einer losen Kooperation, die ihm sehr wichtig sei. 450 Hektar bewirtschaftet das Domgut Dehmen – ein Biobetrieb. Artenvielfalt ist für ihn keine Worthülse, sondern tägliches Tun. So komme beispielsweise nach zwei Jahren mit Getreide Kleegras auf einen Acker. Darüber hinaus gebe es auf 3,5 Hektar eine Bienenweide mit Sonnenblumen, Phacelia, Steinklee usw. Hinzu kämen noch manche so genannte Beikräuter wie Kornblumen, Mohn und Ehrenpreis – gut für die Bienen, nicht ganz so gern gesehen bei den Landwirten. „Wir arbeiten hier ökologisch und das aus Überzeugung“, sagt Ladwig. Deshalb akzeptiere man das, auch wenn man die Wirtschaftlichkeit im Blick haben müsse.

Ladwig ist froh, mit dem Imker Zielke einen Partner zu haben. So jemanden wünsche man sich auch für einen weiteren Betrieb bei Parchim. Gegenseitiges Verständnis und Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Imkern sei ein wichtiger Baustein beim Schutz der Bienen. „Ich kenne keinen Landwirt, der einen Imker vom Acker jagen würde“, sagt Ladwig. „Manchmal müssten wir noch mehr miteinander reden“, fügt Zielke hinzu.

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