20 Fragen : Bewunderin von Frau Merkel

In und an der Scheune des Wolhynier-Museums Linstow ist Erika Werner fast täglich anzutreffen.
In und an der Scheune des Wolhynier-Museums Linstow ist Erika Werner fast täglich anzutreffen.

20 Fragen an: Erika Werner / Die ehemalige Gemeindearbeiterin ist bis heute aktiv im Heimatverein Linstow

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06. Juni 2015, 06:00 Uhr

Man möchte meinen, in Dobbin und Linstow gehört Erika Werner zum Inventar. In Serrahn wuchs sie auf und ging zur Schule, bevor die Familie nach Dobbin übersiedelte. Sie lernte in Vogelsang Imkerin, konnte diesen Beruf wegen einer sich einstellenden Bienengiftallergie nicht ausüben und wurde Verkäuferin. 1974 heiratete sie nach Linstow und übernahm die Sachbearbeitung im Gemeindebüro. Nach der Wende und Gründung der Amtsgemeinschaften arbeitete Erika Werner im Sozialamt des Amtes Krakow am See, bis sie in Rente ging. Der Ruhestand war das für sie freilich nicht. Im Vorstand des Heimatvereins Linstow blieb dessen Gründungsvorsitzende bis heute aktiv. Nach Mecklenburg kam Erika Werner durch die Kriegswirren. Die aus Bessarabien 1940 ausgesiedelte Familie wurde nur kurzzeitig im Warthegau ansässig. Dort, in der Nähe von Kalisch, wurde Erika Werner 1941 geboren. Die Bombennacht von Dresden erlebten sie nur deshalb aus der Ferne, weil die Stadt mit Flüchtlingen schon überfüllt war und sie abgewiesen wurden. Ihre Flüchtlingsodyssee endete zunächst in Mühlberg an der Elbe. Als der Vater, ein Bauer, 1948 aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte und hörte, dass in Mecklenburg Land aufgesiedelt wird, wurde Serrahn, wo es Bekannte gab, das Ziel der Familie. In Linstow lebt Erika Werner, verwitwet, bis heute. Sie hat zwei Kinder, eine Enkelin und eine Urenkelin.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

Zu Hause, im Garten oder auch in der Museumsscheune Linstow.
Was würden Sie als Bürgermeister in Ihrem Wohnort sofort ändern?
Mit unserem bin ich sehr zufrieden. Aber ein Lärmschutz zur Autobahn hin wäre gut.
Wo kann man Sie am ehesten treffen?
Wenn nicht im Garten, dann in der Museumsscheune.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit Erntearbeit in den Ferien, in der Dobbiner LPG.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Für ein Fahrrad.
Was würden Sie gerne können?
Ein Musikinstrument spielen. Die Eltern hatten es zwar hinbekommen, uns in den 1950er-Jahren ein Akkordeon zu kaufen, aber damals fehlte uns ein Musiklehrer.
Was stört Sie an anderen?
Unehrlichkeit und Überheblichkeit.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Über meine einjährige Urenkelin, die kann so unheimlich Grimassen schneiden.
Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?
Vorige Woche mich bei der Gartenarbeit übernommen. Das Ergebnis waren heftige Kreuzschmerzen.
Wer ist Ihr persönlicher Held und warum?
Ich habe keinen. Aber ich bewundere meine Mutter, wie sie die Flucht, Vertreibung und später das Sesshaftwerden gemeistert hat mit sieben Kindern.
Welches Buch lesen Sie gerade?
Die Kommissar-Kluftinger-Krimis von Klüpfel und Kobr.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Das Nordmagazin.
Wo trifft man Sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?
Beim Karneval: in Krakow beim Senioren-Maskenball.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Frau Merkel. Ich bewundere sie, wie sie als DDR-Frau es geschafft hat, sich bei diesen Altpolitikern durchzusetzen.
Wenn Sie kochen: Was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?
Deutsche Küche. Da meine Eltern aus Bessarabien ausgesiedelt wurden, kochen wir also auch schwäbisch.
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
Da fällt mir keins ein.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
Das liegt lange zurück. Als ich in den 50er-Jahren mit Tbc in eine Schweriner Klinik musste, stattete mich meine Mutter so gut mit Sachen aus. Wie sie das geschafft hat, ist mir ein Rätsel, aber daran denke ich mein ganzes Leben.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Viel Reisen: die Ostsee erkunden, Norwegen, schöne Ecken in Deutschland…
Wie gestalten Sie ihre Freizeit als Rentnerin?
Beim Heimatverein Linstow bin ich schon sehr eingespannt. Ich versuche noch meinen Kleinkrieg mit dem Computer zu gewinnen.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?
Unserem Vorsitzenden vom Heimatverein Linstow, Johannes Herbst. Was der immer wieder für Ideen hat, das bewundere ich.












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