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Bundeswettbewerb : Bewerberfeld noch sehr überschaubar

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Der zehnter Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ ist nun gestartet.

von
erstellt am 16.Jun.2017 | 05:08 Uhr

117 Städte und Gemeinden hat der Landkreis Rostock. Ganze neun Bürgermeister oder ihre Vertreter – großzügig gezählt – verloren sich im Kreistagssaal zur Auftaktveranstaltung „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“. Sollte das der Maßstab für die Beteiligung am Wettbewerb 2017/18 sein, wäre das nicht nur dürftig. Es würde zugleich die Chancen der Protagonisten für den Landeswettbewerb und womöglich darüber hinaus mindern. Denn ab 16 Teilnehmern, so Landrat Sebastian Constien, dürfe der Landkreis schon zwei Wettbewerber zum Land delegieren. Und ob der Kreissieger auch in der nächsten Stufe die besten Bewertungen erfährt, ist nicht vorgeschrieben. Erst beim vergangenen Wettbewerbszyklus hatte Lohmen es als Zweiter vorgemacht, schaffte es bis zum Bundeswettbewerb und wurde dort mit Bronze bewertet.

Was man davon hat? Nun, große Preisgelder wären nicht das, worauf man als Dorf aus sein sollte, betonte Martina Wessolowski, bei der im Landkreis die Bewerbungsfäden zusammenlaufen. Vielmehr gehe es in dem Wettbewerb darum, dass Dorfgemeinschaften sich zusammenraufen, gemeinsam ein Ziel für die Entwicklung ihrer Gemeinde definieren und dieses zielgerichtet ansteuern.

Es komme jedenfalls nicht darauf an, eine heile Welt vorzuspiegeln, wenn die Wettbewerbsjury des Landkreises voraussichtlich im Frühjahr 2018 die Kandidaten unter die Lupe nimmt, erläuterte Ulrike Drefahl vom federführenden Landwirtschaftschaftsministerium. Stets werde der Bewerber in seiner Entwicklung bewertet. Es sei also nicht so, dass bisher glänzende Sieger zugleich die besten Aussichten hätten. Lohmen etwa wäre nicht automatisch favorisiert, sondern müsse seinen Stand weiterentwickeln. Bürgermeister Bernd Dikau will anderen Gemeinden Mut machen: „Man sollte nicht gleich Gold anstreben, sondern sich kleine Brötchen vornehmen. Wir nutzen diesen Wettbewerb auch immer gerne, um andere Projekte voran zu bringen. Allein schon die Erwähnung, dass wir teilgenommen haben, ist da eine gute Werbung.“ Und ein Dorf sollte sich auch nicht abschrecken lassen, wenn es beispielsweise eine schlimme Altlast hat, gibt Siegfried Hoffmann einen weiteren wichtigen Tipp. „Entscheidend ist, dass man sich darum kümmert und dass was passiert“, sagte der Bürgermeister von Warnow, das sich zuletzt erfolgreich mit seinem Ortsteil Klein Raden beteiligt hat und Dritter im Kreiswettbewerb wurde.

Apropos: Ja, auch Ortsteile einer Gemeinde könnten sich beteiligen, bestätigt Ulrike Drefahl. Das könne besonders dort, wo es Fusionen gab, durchaus sinnvoll sein. Allerdings, darauf möchte der Landrat verweisen, sollte die Gemeinde schon dahinter stehen. Bewerben könnten sich Gemeinden mit bis zu 3000 Einwohnern. Bewertet werden fünf Kategorien: Attraktivität von Dorfleben und Dorfbild, gesellschaftliches Miteinander, Lebensqualität und der Einklang des Dorflebens mit der Natur. Wobei diese im Kreisausscheid noch nicht vordergründig seien, wie Landrat Constien beruhigen will. „Aber als roter Faden wären die schon nützlich.“ Bewerbungsschluss für den Kreiswettbewerb ist am 30. September.

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