Besucher länger in der Region halten

Das Kunstmuseum Schwaan engagiert sich vor Ort, aber auch in Europa

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15. Januar 2019, 07:50 Uhr

Heiko Brunner sitzt in seinem kleinen Büro unter dem Dach der Kunstmühle, in den Regalen ist wegen der zahlreichen Kunstbände kaum Platz für einen weiteren. Das Telefon klingelt. Ein Mann wüsste gern, was das Bild eines ehemaligen Künstlers aus Schwaan wert ist. Der Leiter des Schwaaner Museums fragt nach, gibt seine Mail-Adresse weiter und ist gern behilflich. „Irgendwann landen alle Bilder im Museum“, berichtet er aus seiner Erfahrung. Und wenn es einige Jahrzehnte dauere.

Doch das Gespräch soll sich um das Jahr 2019 drehen. Was soll im und ums Museum herum geschehen? Heiko Brunner will einen Beitrag dazu leisten, dass die Stadt Schwaan und die Gemeinden im Amt zusammenwachsen. Die beiden Kunstpfade sollen um fünf Stationen ergänzt werden. Die Wege führen bislang zu Orten in der Stadt Schwaan, an denen vor Jahren Werke von wichtigen Vertretern der Künstlerkolonie Schwaan entstanden: – Franz Bunke, Rudolf Bartels, Peter Paul Draewing und Alfred Heinsohn sind die bekanntesten Vertreter dieser mecklenburgischen Maler-Vereinigung.

Nun sollen zunächst die Gemeinden Benitz und Bröbberow eingebunden werden. „Ziel ist es, die Besucher länger in der Region zu halten“, erläutert Brunner. „Wir sind eben keine Urlaubs-Destination.“ Und mit den 7000 bis 9000 Besuchern wolle sich das Museum nicht zufrieden geben. Aber es sei auch für Gäste interessant, sich entlang des Radwegs nach Benitz die Warnowniederungen anzusehen. Es gebe zwar bisher kein Motiv eines Künstlers, das die Örtlichkeit zeige. Aber ein Bild einer Kuh auf der Weide stehe für die Region. Denke man ein bisschen um die Ecke, sei ein Bezug zur Milchtankstelle herzustellen.

Brunner denkt aber nicht nur regional, sondern will die Kunstmühle stärker mit den anderen norddeutschen Künstlerkolonien verknüpfen, etwa mit dem Ostseebad Ahrenshoop, Kusow und Heikendorf bei Kiel. Die Stadt Schwaan sei Mitglied im Verband Mecklenburgischer Ostseebäder, auf der Homepage des Verbands sind die Stadt und das Kunstmuseum zu finden. „Das ist ein Pfund, mit dem man wuchern kann“, sagt Brunner.

Auch international ist die Kunstmühle „ganz gut aufgestellt“, wie Brunner meint. Er ist seit drei Jahren Präsident der Euroart, einer europäischen Vereinigung der Künstlerkolonien. Der Verband will das gemeinsame europäische Kulturerbe der Künstlerkolonien pflegen, erhalten und verbreiten – als Beitrag zur Entwicklung eines europäischen Kulturbewusstseins. Schwaan gehört seit dem Jahr 2000 dazu. In ganz Europa gibt es 43 Künstlerkolonien in 16 Staaten.

Außerdem wird es in Zukunft eine Franz-Bunke-Route als Teil der Impressionismus-Routen des Europarats geben. Auf ihnen werden Werke unter anderem von Renoir gezeigt, und neben Monet werden auch Franz Bunke und die Schwaaner Maler dazu gehören. Ein großer Erfolg für ein kleines, aber feines Museum.

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