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Güstrower Anzeiger

24. Oktober 2017 | 00:54 Uhr

Güstrow : Besuch vom anderen Kontinent

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Rosemary Mshana ist Kindergärtnerin in Tansania – in dieser Woche schaute sie sich die Arbeit in der Güstrower Kita „Regenbogen“ an.

„Karibu – herzlich willkommen“ – mit diesem Lied wurde Rosemary Mshana aus Tansania im Kindergarten „Regenbogen“ in dieser Woche im Morgenkreis willkommen geheißen. Die 60-Jährige ist Kindergärtnerin in Makanya in der Region Kilimantscharo und außerdem für die Ausbildung anderer Kindergärtner zuständig. Vier Wochen lang schaut sie sich die Arbeit in deutschen Kindergärten an, um einiges für ihre eigene Arbeit mit in die Heimat zu nehmen.

Auf diese Idee kam eine Gruppe Güstrower, die im vergangenen Jahr in die Gemeinde Mtii in Tansania reisten. „Wir hatten uns zwei Kindergärten vor Ort angeschaut und haben gesehen, dass zum Beispiel das Spielzeug dort gar nicht genutzt wurde“, erzählt Katharina Reinke, die auf dieser Reise mit dabei war. Da kam ihr die Idee eines solchen Austausches von Wissen. Eine Mitarbeiterin eines dortigen Kindergartens sollte gewonnen werden, hier her zu kommen. Sie sollte sich informieren, wie Kinder unterrichtet werden können oder durch Spiel etwas lernen und welche Mittel dafür eingesetzt werden können. Finanziert wurde dies vom Arbeitsbereich „Mission und Ökumene“ der Nordkirche.

„In unserem Land leben viele Kinder in Armut“, erzählt Rosemary Mshana. Das Land sei sehr trocken und die Familien kämpfen, um Essen zu bekommen. Dennoch sieht Katharina Reinke gute Möglichkeiten, dass in den dortigen Kindergärten einiges anders werden könnte. „Sie haben viele natürliche Materialien, können Tiere beobachten oder Pflanzen bestimmen“, sagt sie. Für Rosemary Mshana war vieles neu und dennoch konnte auch sie sich einbringen. Sie kochte mit einigen Vorschulkindern und die Mädchen und Jungen lernten viel über das Land Tansania. Welche Tiere dort leben, was angebaut wird oder auch wie die Fahne in diesem Land aussieht, damit beschäftigten sie sich.

Das Team der Kita „Regenbogen“ fand es spannend, mit Rosemary Mshana zwei Wochen zusammen zu sein. „Sie ist lebensfroh und staunte über unsere Möglichkeiten“, sagt Leiterin Bettina Bader. Gemeinsam mit ihr hätten die Erzieher überlegt, wie sie manches aus ihrem Alltag in Kindergärten in Tansania auch mit wenigen finanziellen Mitteln umsetzen könnten. Rosemary Mshana hat alles aufgeschrieben und wird diese Ideen mit nach Hause nehmen. „Die Erzieher machen hier vieles anders als bei uns. Ich habe viel gelernt“, sagt sie. Beispielsweise werden die Kinder in verschiedenen Räumen betreut, während das in ihrem Kindergarten nicht so ist. Oftmals würde eine Erzieherin auf bis zu 50 Kinder achten müssen erzählt die 60-Jährige. In den kommenden Wochen wird sich Mshana auch noch in einem Kindergarten in Kühlungsborn und in einem englischen Kindergarten in Schwerin umschauen. Anschließend wird sie mit vielen Erlebnissen und Erkenntnissen wieder in ihre Heimat reisen.

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