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Weltwassertag : Besuch im Klärwerk: So wird unser Wasser sauber

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Stippvisite in Parum: Sechs Millionen Liter Abwasser erreichen täglich die Anlage und werden hier gereinigt. Zeit sich am Weltwassertag einmal in der Kläranlage umzusehen.

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erstellt am 22.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Durchschnittlich produziert ein Mensch 150 Liter Abwasser pro Tag – etwa so viel, wie eine gefüllte Badewanne. Das 40 000-fache dieser Menge erreicht täglich die Kläranlage in Parum – Abwasser aus Haushalten und Industrie in und um Güstrow. Zeit sich am Weltwassertag einmal in der Kläranlage umzusehen, um herauszufinden, wie unser Wasser eigentlich sauber wird. Eines wird bei dem Besuch in Parum deutlich: Es braucht viel Technik und Mitarbeiter, die für ihre Sache brennen. Einer von ihnen ist Olaf Behn, Meister im Bereich Kläranlagen und für 41 Anlagen im Bereich Güstrow/Bützow verantwortlich.

„Ich bin seit 27 Jahren hier und es macht mir riesigen Spaß – der Umgang mit den Menschen und die ganze Verfahrenstechnik begeistern mich“, sagt Olaf Behn und fügt hinzu: „Wenn ich mit meiner Familie am Wochenende an der Nebel, insbesondere an der Fischtreppe, spazieren gehe, macht es mich glücklich zu sehen, dass ich mit meiner Arbeit ein Stück weit zum Umweltschutz beitragen kann.“ Olaf Behn spricht damit insbesondere die Reduzierung der Belastung mit Stickstoff und Phosphor an. „Es gibt Grenzwerte, die wir einhalten müssen und die wir stets deutlich unterschreiten“, ergänzt Gebietsleiter Andreas Russ. Das sei von großer Bedeutung, denn das gereinigte Wasser werde in die Nebel geleitet, die in die Warnow mündet und „beide Flüssen versorgen Rostock mit Trinkwasser“, macht Andreas Russ deutlich.

Nachdem das Abwasser die mechanische Reinigung passiert hat, wo durch die beiden Siebrechen zunächst die Grobstoffe und in einem zweiten Schritt Sand und Fett vom Wasser getrennt werden, führt die Reise des Wassers zum Herzstück der Anlage: die vier autarken Becken in denen die biologische Reinigung vollzogen wird. „Das Verfahren nennt sich Cyclazur“, erklärt Olaf Behn. In den ersten zwei Stunden werden die Becken befüllt und belüftet. Hier finde auch die Befreiung von organischen Verunreinigungen nach dem Belebtschlammverfahren statt. Dann schließe sich der Schieber und die Befüllung stoppt. Anschließend werde das Klarwasser von der Wasseroberfläche abdekantiert, erklärt der Kläranlagenmeister vereinfacht.

„Der Klärschlamm, der später zu 100 Prozent landwirtschaftlich verwertet wird, wird weiter eingedickt und mittels Zentrifuge entwässert“, erklärt Behn. Ehe das Wasser schließlich in die Nebel eingeleitet wird, durchläuft es rund 2,5 Tage die Kläranlage in Parum. Am Ende seines Weges steht die Probenentnahme. Ein Laborant kontrolliert hier die Wasserqualität regelmäßig. „Das gereinigte Wasser ist glasklar“, resümiert Olaf Behn und zeigt zum Abschied eine Probe.

 

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