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Eiserne Hochzeit : Bescheidene Hochzeitsfeier im Fährhaus

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Lieselotte (87) und Heinz (90) Krüger aus Güstrow sind seit 65 Jahren miteinander verheiratet

Vor 65 Jahren fuhren Lieselotte und Heinz Krüger mit einer Kutsche zum Güstrower Standesamt und anschließend zum Dom, wo sie sich trauen ließen. Gestern feierten sie nun Eiserne Hochzeit. Gemeinsam mit Kindern und Enkeln begingen sie den Tag im kleinen Kreis. Ihre Gedanken wanderten zurück und zahlreiche Erinnerungen wurden lebendig.

Am 30. September 1949, nur wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, sagten Lieselotte, geborene Demmin, und Heinz Krüger „Ja“ zueinander. Es war eine Zeit, in der aller Anfang schwer war. An eine Feier war kaum zu denken. „Wir wollten von unseren Gästen keine Geschenke, sie sollten lieber etwas zum Essen mitbringen“, erinnert sich Lieselotte Krüger. Nur dadurch habe man im Fährhaus am Güstrower Kanal gemeinsam Mittag essen und Kaffee trinken können. Einige Verwandte hatten Bauernhöfe und versorgte das Paar mit den nötigen Speisen. Dennoch blieb dieser Tag in einer guten Erinnerung.

Heinz Krüger ist gebürtiger Dersentiner. Seine Frau Lieselotte wurde in Lüssow geboren. Beide wuchsen in Güstrow auf. Während Lieselotte als Kindergärtnerin arbeitete, lernte Heinz den Beruf eines Modelltischlers in den van Tongelschen Stahlwerken. Später war er bei „Bruchhäuser“ tätig und wurde schließlich Berufsfeuerwehrmann.


„Es muss wohl Liebe gewesen sein“


Kennen und lieben gelernt haben sich die beiden durch eine gemeinsame Bekannte und dann sei „alles so gekommen“. „Es muss wohl Liebe gewesen sein, denn bis jetzt hat die Ehe gehalten“, sagt Lieselotte Krüger. Doch einfach sei es nicht gewesen. „Will man eine Familie aufbauen, muss man sparen, sich gut verstehen und einig sein“, lautet ihre Devise. Erst als ihre beiden Söhne geboren waren, bekamen sie eine Dreizimmer-Wohnung in der Werderstraße und wohnten dort 50 Jahre lang.

Vielleicht lag es auch an ihrem Beruf als Kindergärtnerin, dass Lieselotte Krüger ihre erste Enkelin mit aufzog und gern ihre vier Enkel in den Ferien beherbergt hat. „Wir durften uns immer das Essen wünschen“, freut sich Enkelin Kathrin Krüger-Borgwardt noch heute. Alle Enkel hätten in Güstrow bei Oma das Schwimmen gelernt und viel Zeit mit ihr im Garten verbracht.


Mit Theater über Wasser gehalten


Seit Januar dieses Jahres wohnt das Paar im Gertrudenhof im betreuten Wohnen. Gern erinnern sie sich an alte Zeiten. Heinz Krüger sprach gern Platt und spielte in einer Mandolinengruppe. Beide waren nach Kriegsende mit einer Theatergruppe unterwegs, haben gespielt und gesungen, um Geld zu verdienen. Und noch vor wenigen Monaten war Heinz Krüger in einer Theatergruppe der Volkssolidarität aktiv.

Gestern kamen viele Erlebnisse noch einmal zur Sprache, vorwiegend die positiven. „Ich war auch manchmal ärgerlich, das gehört zum Leben“, ist Lieselotte Krüger sicher. Und vielleicht hat auch das Motto von Heinz Krüger mit zu den glücklichen 65 Jahren beigetragen. „Meine Frau sagt, was ich tun soll und ich mache es“, sagte er mit einem verschmitzten Lächeln.


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