Gemeinsam gefeiert : Berührungsängste abbauen

Mit oder ohne Behinderung: auf der Tanzfläche hatten bei der Party   in Güstrow alle Spaß.
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Mit oder ohne Behinderung: auf der Tanzfläche hatten bei der Party in Güstrow alle Spaß.

Motto-Party von künftigen Heilerziehungspflegern der Beruflichen Schule in Güstrow organisiert

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13. März 2014, 10:42 Uhr

Eine Motto-Party mit Kostümwettbewerb beschäftigte angehende Heilerziehungspfleger der Beruflichen Schule Güstrow seit Wochen. Sie stand unter dem Thema: „Grenzenlose Welt der Fantasie“. Ein Ziel: Menschen mit Behinderung und Menschen ohne sichtliche Beeinträchtigung zusammen zu bringen. „Viele haben Berührungsängste – auf beiden Seiten“, sagen Claudia Neumann und Kristin Sowade. Die beiden hatten sich mit ihren Klassenkameraden viel Mühe gemacht, um alles vorzubereiten. Von einem kleinen Programm über einen Sketch bis hin zur Kostümprämierung musste alles geplant werden. Jetzt fand die Motto-Party im „Podium“ in der Güstrower Speicherstraße statt.

Das Motto hatten die Schüler sehr genau ausgewählt. Denn diese Grenzenlosigkeit wünschten sie sich. „Wenn manche das Wort Inklusion hören, schreckt sie das ab. Das ist schade“, so Claudia Neumann. Sie und Kristin Sowade haben zu dieser Party gerade darum auch ihre Freunde eingeladen. „Viele in unserem Alter hatten noch keine Berührungspunkte mit Menschen mit Behinderung“, wissen sie.

Und genau so ist ihnen klar, dass es für Menschen mit Beeinträchtigungen oft schwer ist, zu einer angekündigten Party zu gehen. „Insbesondere weil barrierefrei gestaltete Veranstaltungen keine Selbstverständlichkeit sind“, sagen die angehenden Heilerziehungspfleger. Darum brauche es mehr solcher Veranstaltungen, wie sie jetzt von den Schülern organisiert wurde. Hier tanzte ein Rollstuhlfahrer gemeinsam mit anderen auf der Tanzfläche und die Freude stand allen ins Gesicht geschrieben.

So haben die Schüler vor allem einen Wunsch: „Wenn zwei oder drei Leute ihre Vorurteile abgelegt haben, haben wir schon viel erreicht.“



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