Welttag kulturelle Vielfalt : „Bereicherung, nicht Bedrohung“

Der Chor der Johann-Pogge-Schule Lalendorf eroberte die Herzen der Zuschauer im Güstrower Theater vor allem mit dem „Lied über mich“.  Fotos: Christian Menzel
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Der Chor der Johann-Pogge-Schule Lalendorf eroberte die Herzen der Zuschauer im Güstrower Theater vor allem mit dem „Lied über mich“.

Freundeskreis des Güstrower Barlachtheaters organisierte begeistert aufgenommenes Programm zum Tag der Kulturellen Vielfalt.

svz.de von
23. Mai 2017, 21:00 Uhr

Menschen aus Armenien, Iran, Irak, Syrien, Vietnam und Deutschland gestalteten gemeinsam den vom Verein der Freunde und Förderer des Ernst-Barlach-Theaters Güstrow organisierten Welttag der Kulturellen Vielfalt. Als Moderatorin führte Vereinsvorsitzende Heidemarie Beyer durch ein vielseitiges Programm, das Einblicke in die Kultur und die Tradition anderer Länder ermöglichte. „Die deutsche Kultur erfährt gegenwärtig eine große Bereicherung durch andere Kulturen. So sollten wir die zu uns kommenden Menschen sehen: nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung“, erklärte Prof. Dr. Wolfgang Methling, der im Güstrower Theater einen Liedtext von Gerhard Schöne vortrug.

Eröffnet wurde der Abend durch die Gruppe „Ourud Elmahabbe“, was übersetzt „Blumen der Liebe“ heißt. Die Künstler aus Syrien, dem Irak und Deutschland schufen mit ihren Liedern eine Brücke zwischen Orient und Okzident. In den Texten wurde deutlich, dass die Träume zwischen den unterschiedlichen Kulturkreisen so sehr unterschiedlich gar nicht sind. „Lasst uns die Erde den Kindern geben, wenigstens für einen Tag, wenigstens für einen Tag soll die Welt Freundschaft erleben…“ heißt es da in einem Text von Nazim Hikmet. Wegen des straffen Programms musste leider auf Zugaben verzichtet werden – schon beim ersten Beitrag wäre sie sonst wohl fällig geworden.

Die Zuschauer im gut gefüllten Theater erlebten einen künstlerisch anspruchsvollen Abend. Kräftige Farbtupfer brachten sechs vietnamesische Frauen auf die Bühne, die traditionelle Tänze ihrer Heimat vorstellten. Die Tänzerinnen hatten sich extra für diesen Auftritt verabredet und ihre Kostüme selbst geschneidert. „Es war ihnen wichtig, an diesem Abend dabei zu sein“, erklärte Heidemarie Beyer.

Überhaupt spielte Heimat eine große Rolle. So in den gefühlvoll vorgetragenen Liedern aus Iran und Syrien, wobei der Auftritt des Regisseurs und Schauspielers Khales Dyab Agha zu einem viel umjubelten Höhepunkt des Abends geriet. Über stürmischen Beifall konnte sich auch der Schulchor der Johann-Pogge-Schule Lalendorf freuen, der vor allem mit dem „Lied über mich“ die Herzen des Publikums eroberte. Und Conny Brocks vom Bücherhotel Groß Breesen hörte in der Pause zahlreiche Komplimente für die von ihr ausgesuchte und gelesene Erzählung „Goldene Hochzeit“ von Anne Grießer.


Änderungen und Improvisationen


Freilich verlief an so einem Abend nicht alles reibungslos. Da musste mitunter improvisiert werden, zogen sich Umbaupausen in die Länge oder wurde selbst die Moderatorin von einer Programmänderung überrascht. „Das kann gar nicht anders sein. Wir hatten ja keine Probe und den Kontakt zwischen den einzelnen Mitwirkenden aufzunehmen und zu halten war schon schwer genug“, sagte Heidemarie Beyer. Ohne Einschränkung gelang es jedoch, den Besuchern einen Einblick in die Vielfalt der Kulturen zu vermitteln.

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