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Feuerwehrhaus : Bellin bekommt neues Feuerwehrhaus

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Krakower Stadtvertretung bringt Anbau für Dorfgemeinschaftshaus Am Karpendiek auf den Weg / CDU-Fraktion bezweifelt Wirtschaftlichkeit

von
erstellt am 07.Mai.2015 | 06:00 Uhr

Die Freiwillige Feuerwehr Bellin bekommt eine neue Fahrzeughalle. Dies beschlossen am Dienstagabend die Krakower Stadtvertreter. Nachdem das Thema im April durch eine CDU/Linke-Mehrheit von der Tagesordnung gestrichen wurde (SVZ berichtete), schwenkte die Linke jetzt um. „Das trägt letztlich auch zur Stärkung der Dorfgemeinschaft bei“, findet Hilmar Fischer. Dagegen enthielt sich die CDU-Fraktion komplett der Stimme bei der von ihr geforderten namentlichen Abstimmung.

Zuvor hielt Volker Meyer (SPD/Bellin) ein eindringliches Plädoyer für den Neubau, was er mit Bildern illustrierte. Der bauliche Zustand des (gemieteten) Gebäudes ist bedenklich. Putz kommt von der Decke, es gibt Risse im Gemäuer, das Dach ist reparaturbedürftig, fährt das Fahrzeug in die Garage, bleibt nur eine Handbreit Platz zur Wand, auf der anderen Seite stehen beengt die Spinde zum Umkleiden, zur Versammlung bleibt nur ein Mini-Raum, die einzige Toilette teilen sich Frauen und Männer, eine Duschgelegenheit gibt es nicht… Zuletzt habe gar schon die Berufsgenossenschaft Veränderungen angemahnt.


Alle Bedingungen erfüllt – oder doch nicht?


Dass die von der Stadtvertretung vorgegebenen Bedingungen für den Neubau erfüllt sind bzw. erfüllt werden, unterstrich Bürgermeister Wolfgang Geistert (SPD). So habe die Wehr gerade drei neue Kameraden gewinnen können. Für sechs Wehrleute sei die Führerscheinausbildung zum Führen der Spezial-Kfz eingeleitet. Eine nachhaltige Einsatzbereitschaft sei damit gesichert. Auch stehe, obzwar die Bedarfsplanung für Stadt und Amt noch nicht abgeschlossen sei, die Notwendigkeit des Standortes Bellin, nicht in Frage. Im Gegenteil: Die Anschaffung eines zweiten Fahrzeuges für Bellin sei unbedingt zu empfehlen, so der Zwischenbericht der Wehrführung. Nachts und an Wochenenden sei die Wehr einsatzbereit, tagsüber nur bedingt. Hilfe aus der Nachbarschaft könne allerdings nicht rechtzeitig vor Ort sein. Schlussfolgerung: Der Standort sei „unbedingt zu erhalten“. Geistert drängte mit Verweis auf in Aussicht gestellte Fördermittel. Die gäbe es nur in diesem Jahr. Und die Stadt habe den Umbau des Dorfgemeinschaftshauses mit Anbau der Feuerwehrhalle im Etat 2015 eingeplant.

Dies alles wollte die CDU-Fraktion nicht in Frage stellen. „Wir unterstützen das Vorhaben“, stellte Nils Ruhnau klar. Jedoch sehe er eine weitere Bedingung nicht erfüllt: die Wirtschaftlichkeit. Denn der Variantenvergleich zwischen Anbau am Dorfgemeinschaftshaus und Neubau an anderer Stelle beschränke sich auf die reinen Baukosten. Mieteinnahmen etwa wären nicht berücksichtigt.


Streit um Vergabe von Planungsleistungen


Folgerichtig enthielt sich die CDU-Fraktion auch bei der Vergabe der Planungsleistungen für die Haustechnik. Sogar ihre Gegenstimmen rief die Vergabe der allgemeinen Planungsleistungen für den Umbau des Dorfgemeinschaftshauses und den Anbau der Fahrzeughalle hervor. Gegenstand der Kritik sind Vorleistungen, die durch das Unternehmen der Stadtvertreterin Stefanie Marx (SPD) bereits erbracht wurden. Die CDU zweifelt die Rechtmäßigkeit dieser Vergabe durch den Bürgermeister an.

Volker Meyer versuchte namens der SPD-Fraktion die Bedenken zu entkräften. Alles sei korrekt verlaufen, hätten Anwälte und Ingenieurkammer bestätigt, meint Meyer. Deshalb plädiere man – entgegen der Beschlussvorlage, die ein Güstrower Büro favorisierte – für Marx, da das Krakower Unternehmen das formal preisgünstigste und also zu wählende Angebot machte und sich zudem mit dem konkreten Gegenstand („Dank“ der umstrittenen Vorleistungen) bereits auskenne. Ein erneuter Antrag der CDU-Fraktion, die Vergabe der Planungsleistungen von der Tagesordnung zu streichen, lehnte die Mehrheit ab. Mit sieben Stimmen gegen das CDU-Kontra und zwei weitere Enthaltungen ging die Vergabe der Planungsleistungen an das Ingenieurbüro Marx. Stefanie Marx übrigens war während Diskussion und Abstimmung nicht im Raum.

Gleichzeitig mit dem Anbau der Feuerwehrhalle mit zwei Stellplätzen, gefördert vom Landkreis, wird das Dorfgemeinschaftshaus mit den drei Mietwohnungen im Obergeschoss wärmetechnisch saniert. Hier fördert das Stalu über die Dorferneuerung. Im Erdgeschoss bekommt die Wehr und Schulungs- und Sanitärräume. Die Stadt bringt von den insgesamt 408  000 Euro Kosten 300  000 Euro auf.  

 

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