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Volkssolidarität Teterow : Belegschaft auf dem Hoppenhof halbiert

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Eigentlich sollte heute Schluss sein mit dem "Familienwohnheim" der Volkssolidarität auf dem Hoppenhof in Teterow. Vor drei Monaten hatte der Kreisverband Mecklenburg-Mitte den 15 Bewohnern die Unterkünfte gekündigt.

svz.de von
erstellt am 01.Aug.2012 | 10:49 Uhr

Teterow | Eigentlich sollte heute Schluss sein mit dem "Familienwohnheim" der Volkssolidarität auf dem Hoppenhof in Teterow. Vor drei Monaten hatte der Kreisverband Mecklenburg-Mitte den 15 Bewohnern die Unterkünfte gekündigt (SVZ berichtete). Dieser Plan ist gescheitert. Geschäftsführerin Barbara Schäfer ist gestern mit neuen Mietverträgen in Teterow erschienen. "Sechs Männer wollen hier bleiben. Wir werden neue Verträge mit ihnen abschließen", sagt sie. Notwendig sei dies geworden, weil die Volkssolidarität das bisher hier praktizierte sozial betreute Wohnen aufgibt. "An diesem Standort können wir das nicht länger leisten. Wir haben aber Einrichtungen mit sozialer Betreuung", stellt die Geschäftsführerin klar.

Im Hoppenhof werden die verbleibenden Männer nach ihren Worten künftig ganz normal zur Miete wohnen. Jede Wohnung erhielt einen eigenen Stromzähler, Briefkasten. Zur Verfügung stehe eine Waschküche für die Mieter. "Wir haben des Weiteren eine neue Hausordnung, die das Leben hier unter den neuen Bedingungen regelt." Die Mieter müssten auch Pflichten wahrnehmen und Verantwortung tragen." Inwieweit dies realistisch ist, bleibt abzuwarten. Denn eine soziale Betreuung wurde hier in den vergangenen 15 Jahren nicht von ungefähr praktiziert. Die Männer sind auf Lebenshilfe angewiesen. Viele von ihnen haben ein massives Problem mit Alkohol. Für die meisten ist gerichtlich ein Betreuer bestellt. Im örtlichen Polizeirevier blicken die Beamten besorgt Richtung Hoppenhof. "Solange dort eine feste Person als Ansprechpartner war, blieben aufflammende Konflikte unter Kontrolle. Jetzt deutet vieles darauf hin, dass der Hoppenhof aus polizeilicher Sicht ein Brennpunkt wird", befürchtet ein Beamter. Auch in rechtlicher Hinsicht liegen die Verhältnisse offenbar nicht so klar, wie Barbara Schäfer es darstellt. So bekundet der Rechtsbeistand eines Mieters, dass es für seinen Mandanten keinen Anlass für einen neuen Mietvertrag gebe. Der Betreffende verfüge über einen gültigen Vertrag. Das gelte im Übrigen für die Gesamtheit der Bewohner des Hoppenhofes. Der Anwalt aus Güstrow kündigt überdies an die Interessen der Hoppenhofbewohner nötigenfalls mit einer Klage vor Gericht zu verfechten. Schäfer ficht diese Ankündigung nicht an. "Wir leben in einem Rechtsstaat, da ist auch dieses Mittel legitim." Das werde viel Zeit kosten. Eine einvernehmliche Einigung wäre eher zum Wohle des Betroffenen.

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