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Sanierung in Güstrow : Bekrönung in Gold und Sandstein

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Steinmetz Borgwardt hat alte Obelisken auf Gleviner Straße 10 saniert / Ritterfigur bekommt neuen Arm

von
erstellt am 15.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Die Gleviner Straße 10 an der Ecke zur Grepelstraße wird ein Schmuckstück. Teile der restaurierten Fassade des ehemaligen Bethlehem-Stiftes sind bereits frei gelegt, an den Dachbereichen werden die letzten Arbeiten verrichtet. Dort hoch oben ging gestern auch Thomas Borgwardt mit seinem Mitarbeiter Bernd Breuer zu Werke. Der Güstrower Steinmetz hatte sich die Sanierung der drei stark verwitterten mittleren Bekrönungen zur Aufgabe gemacht.

Gestern stellte er mit seinem Maurer die Obelisk-artigen Zierteile der Dachkante wieder zurück auf ihre Positionen. Wie schick die geworden sind, wird im Kontrast zu den beiden Eck-Elementen deutlich. Da ist einerseits ein weiteres, etwas aufwendiger gestaltetes Zierelement in seiner alten Erscheinung zu sehen. Gut erhalten, wird er aber wegen seiner starken Patinaschicht von unten kaum noch wahrnehmbar sein neben den in neuem Glanz erstrahlenden „Geschwistern“. Die stark verwitterten kleinen Spitzsäulen haben in der Borgwardt-Werkstatt eine Frischkur bekommen und sehen aus der Ferne wie neu aus. Dass es tatsächlich die historischen Sandstein-Stelen sind, wird wohl nur aus der Nähe anhand der Narben, die der Zahn der Zeit ihnen zugesetzt hat, zu sehen sein. „Das ist schon etwas Spezielles. Der Sandstein lässt sich sehr gut bearbeiten, aber die Vergoldung der dreiseitigen Zierrinnen war schon eine Herausforderung“, sagt Thomas Borgwardt zu seinem seltenen Auftrag.

Gut 20 Kilogramm wiegt jeder dieser monolithischen Steinpfeiler, die in der Höhe über der Straße gut verankert sein wollen. Dazu werden sie auf einem kleinen von den Dachdeckern gefertigten Zink-Sockel auf einen starken Edelstahl-Dübel gesetzt. Mit einem speziellen Mörtel verklebt, werde das „ewig“ halten und zugleich gegen Regenwasser abgedichtet, erklärt Steinmetzmeister Borgwardt. In zwei bis drei Jahren, so schätzt er, sollten die kleinen Ziersäulen dann auch langsam wieder eine typische Patina ansetzen, die den historischen Charakter des Baustoffes unterstreicht. Wie lange das genau dauert, könne man so nicht sagen, da das von den Witterungseinflüssen und deren Intensität abhänge, was jedes Jahr unterschiedlich sein könne.

Eine Arbeit ist an den Zierbekrönungen des Hauses jetzt noch zu erledigen: die Wiederherstellung des kleinen Ritters auf der Ecke. Dem fehlte seit Jahren der rechte Arm, der nebst der dazugehörigen Lanze verschollen ist. Auf alten Darstellungen des Stiftes ist er zu sehen, und das soll auch bei künftigen wieder so sein. Die Nachbildung des Arms sei bereits gelungen, und der Kunstschmied Adolf Fust habe die dazugehörige Lanze neu gefertigt, sagt Thomas Borgwardt. In den nächsten Tagen, so denkt er, werde auch dieser „Baustein“ an der sanierten Gleviner Straße 10 noch gesetzt werden können.

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