HIlfsaktion : Bekleidung und Schuhe im Gepäck

Sebastian Loschinski, Andreas Wandrey und Gerd Weißbach (v.l.) beladen den Lkw mit Hilfsgütern. Fotos: Sieglinde seidel
Sebastian Loschinski, Andreas Wandrey und Gerd Weißbach (v.l.) beladen den Lkw mit Hilfsgütern. Fotos: Sieglinde seidel

Lkw mit Hilfslieferung in Ukraine unterwegs: Martina und Heinz Nitzsche organisieren Hilfe

23-11367750_23-66109655_1416395986.JPG von
05. August 2015, 01:29 Uhr

Mit vielen Kartons wurde gestern ein Lkw mit Hänger beladen und schon heute ist er von Serrahn auf dem Weg in die Ukraine. Martina und Heinz Nitzsche, die im ukrainischen Mariupol eine Arbeit für Suchtkranke, Kinder und alte Menschen aufbauten, sorgen regelmäßig für Hilfstransporte. „Diesmal ist es vor allem sortierte Männer-, Frauen- und Kinderbekleidung“, sagt der 70-Jährige Heinz Nitzsche. Aber auch etwas Bettwäsche sowie Schuhe wurden mitgeschickt. Geholfen haben bei der Wärme vor allem Männer, die derzeit in der Einrichtung „Alte Post“ in Serrahn untergebracht sind. So wurde die Arbeit in wenigen Stunden geschafft.

Insgesamt werden sich die Menschen in Ukraine über etwa 2000 Kartons voller Bekleidung freuen. Sie werden verteilt, einiges soll nach Kiew, einiges nach Tscherkassy und das andere nach Mariupol gehen. Überall wird Hilfe benötigt. Nicht nur wegen der militärischen Auseinandersetzungen. Auch sonst ist die Armut bei alten Menschen groß. Das gilt auch für Familien, in denen der Alkohol eine große Rolle spielt. „Ich bin dankbar, dass es immer wieder viele Menschen in Sachsen, Mecklenburg und anderswo gibt, die unsere Arbeit unterstützen und uns so viel an Bekleidung schicken“, sagt Heinz Nitzsche. Aber der 70-Jährige benötigt auch Geld. Um die Mitarbeiter vor Ort, die Hilfsgüteraktionen und so manches Projekt zu finanzieren, brauche er schon um die 150 000 Euro pro Jahr. „Ohne Geld geht es nicht“, betont der agile Serrahner, der häufig in die Ukraine reist, auch wenn die Arbeit dort inzwischen auch ohne ihn und seine Frau Martina funktioniert. In Mariupol helfen Nitzsches Straßenkindern, haben ein Hospiz aufgebaut und betreuen eine Psychiatriestation. Nun sorgen die beiden im Hintergrund dafür, dass genügend Geld und immer wieder Hilfsmittel kommen.

Erst vor 14 Tagen waren sie in Mariupol und haben fast alle Eltern besucht, deren Kinder sich im Dezember vier Wochen lang in Serrahn erholen konnten. „Sie waren begeistert von dem, was die Kinder erzählt haben“, berichtet Heinz Nitzsche. Jetzt im Sommer haben die Mitarbeiter vor Ort ein Ferienlager für 50 Kinder angeboten. Derzeit sei es ruhig in Mariupol, doch nachts seien Schüsse von außerhalb der Stadt zu hören.

Mit solchen Hilfslieferungen will Heinz Nitzsche vor Ort ein Zeichen setzen und helfen, wo Hilfe nötig ist. Im August will der 70-Jährige wieder selbst nach Mariupol reisen. „Ein Mann aus der Schweiz möchte sich die Arbeit vor Ort ansehen“, erzählt er. Und im September werden er und seine Frau auch für drei Wochen die Menschen in der Ukraine persönlich besuchen, um den Kontakt zu halten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen