Neues vom friedhof : Beisetzungen ab 2015 teurer

Erstmals nach 18 Jahren neue Satzung und Gebührenordnung für Güstrower Friedhof / Rund drei Millionen in Verschönerung investiert

svz.de von
20. November 2014, 06:00 Uhr

Der Güstrower Friedhof wird immer schöner und einem Park immer ähnlicher. An die drei Millionen Euro wurden in den letzten zwölf Jahren investiert, um das Gelände zu einer immer würdigeren Ruhestätte zu machen und die Bedingungen dort zu verbessern.

„Doch hat dies alles seinen Preis“, sagt Matthias Ortmann, Vorsitzender des Friedhofsausschusses und Pastor der Pfarrkirche, die seit zwei Jahren Träger des Friedhofs ist.

Nach Abschluss der Arbeiten wurden jetzt der Friedhof neu bewertet und der Haushalt dafür erstellt. „Der Friedhof muss sich in seinen Einnahmen und Ausgaben finanziell selber tragen, es gibt keinerlei Zuschüsse“, so Pastor Ortmann. Dafür aber eine Menge Veränderungen und neue Angebote.

Erstmals nach 18 Jahren wurden deshalb jetzt die Friedhofssatzung überarbeitet und ergänzt und die Gebühren neu kalkuliert. Die neue Satzung und die neue Gebührenordnung sollen am 1. Januar 2015 in Kraft treten. Darin sind die neuen Bestattungsmöglichkeiten festgeschrieben und es werden die Kosten den aktuellen Entwicklungen angepasst. Was im Klartext heißt: Ab 2015 werden die Bestattungen und die Friedhofsnutzung in Güstrow teurer. „Die Satzung muss jetzt noch vom Kirchenkreis Mecklenburg als unserer übergeordneten Dienststelle genehmigt werden“, sagt Pastor Ortmann.

„Als eine wesentliche Veränderung wurden in die neue Friedhofssatzung feste Bestattungszeiten aufgenommen“, sagt Friedhofsverwalter Holger Büttner. Bestattungen sind jetzt montags bis freitags vormittags um 9, 10 und 11 Uhr und nachmittags um 12.30 Uhr, 13.30 und 14.30 Uhr möglich.

Außerdem ist jetzt für alle Bestattungsarten eine Ruhezeit von 25 Jahren vorgeschrieben. Bisher betrug die Ruhezeit in Gemeinschaftsgräbern nur 20 Jahre. Weshalb sich der eine oder andere Angehörige auch deshalb dafür entschied, weil es durch die kürzere Ruhezeit billiger war. „Warum sollen die Ruhezeiten von der Bestattungsart abhängen?“, findet Büttner. „Wir wollen mehr Wahlgräber – das individuelle Grab für jeden einzelnen“, gesteht Pastor Ortmann.

Neu ist auch, dass auf Urnenwahlgräbern statt bisher zwei künftig vier Urnenbestattungen möglich sind.

Aufgenommen in die neue Satzung werden auch die neu hinzu gekommenen Bestattungsmöglichkeiten: die Rasengrabstätten mit Namenstafeln oder Grabstein und die Baumgrabstätten (wir berichteten). „Die ersten vier Interessenten dafür waren nach der Veröffentlichung in der SVZ am Dienstag schon da“, sagt der Friedhofsverwalter.

Den Friedhof so schön zu erhalten wie er jetzt ist, ist ein großer Aufwand. So gibt es auf dem Gelände allein 900 Bäume, die alle paar Jahre geschnitten werden müssen. „Es gibt 31 Wasserstellen und kilometerlange Pflasterwege, die unterhalten werden müssen“, so Holger Büttner. Problematisch seien auch die zunehmenden Leerflächen, die durch die immer größer werdende Zahl von Urnenbeisetzungen entstehen. „Sie bringen kein Geld in den Haushalt, müssen aber gemäht und es muss dort Laub geharkt werden“, sagt Büttner. „Das sind alles Kosten, die wir umlegen müssen.“

So werden sich die Nutzungsgebühren bei Rasenreihengrabstätten für Särge und Urnen für 25 Jahre von bisher 1400 Euro auf 1600 Euro erhöhen. Ein Urnengemeinschaftsgrab für zwei Urnen (Partnerbestattung), dessen Pflege komplett übernommen wird, kostet statt bisher 1800 künftig 1950 Euro.

Die Friedhofsunterhaltungsgebühr steigt von bisher 16 auf 23 Euro.

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