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Gemeinde Diekhof : Beide betonen positives Gespräch

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ersten Treffen der Bürgermeister von Diekhof und Laage zu einer möglichen Fusion der benachbarten Kommunen

von
erstellt am 20.Jul.2015 | 05:28 Uhr

Zu einem ersten Gespräche über eine mögliche Fusion trafen sich jetzt die Bürgermeister und weitere Vertreter der Gemeinde Diekhof und der Stadt Laage. Ende Mai hatten die Diekhofer Gemeindevertreter beschlossen, Verhandlungen über ein Zusammengehen mit einer Nachbarkommune zu beginnen. Diekhof ist finanziell am Ende. In der Mehrheit sehen die Gemeindevertreter keine Zukunft für Diekhof als eigenständige Gemeinde. Beide Seiten betonen ein „sehr positives Gespräch“.

„Als nächstes muss nun die Stadtvertretung Laage die Bürgermeisterin beauftragen Verhandlungen zu führen. Dann können wir gemeinsam ins Innenministerium fahren“, steckt Diekhofs Bürgermeister Rolf Matschinsky die nächsten Schritte ab. Laages Bürgermeisterin Ilka Lochner-Borst will den Stadtvertretern zur September-Sitzung einen entsprechenden Beschluss vorlegen.

Ähnlich wie Langhagen, das inzwischen Teil der Gemeinde Lalendorf ist, hofft man auch in Diekhof auf eine Entschuldung durch das Innenministerium. Wie in Langhagen drücken auch die Gemeinde Diekhof Altschulden, die aus DDR-Zeiten übernommen werden mussten, und Sanierungskredite, die über die Mieteinnahmen schon lange nicht mehr bedient werden können. Wohnungen stehen leer. Ein Block wurde in Diekhof schon abgerissen. Die Kredite bleiben. Eine Lösung gibt es nicht. „Wir reden von rund drei Millionen Euro“, sagt Matschinsky. Das Tafelsilber sei längst verscherbelt, die finanzielle Situation der Gemeinde so prekär, dass Matschinsky damit rechnet, dass man im nächsten Jahr seine Pflichtaufgaben nur noch über Kredite erfüllen könne. An so genannte freiwillige Leistungen sei gar nicht mehr zu denken. Auf Druck der Kommunalaufsicht solle die Gemeinde 2016 auch die letzten freiwilligen Leistungen streiche. Dabei gehe es nicht etwa um ein Dorffest oder die Unterstützung der Vereine, sondern um das Dorfgemeinschaftshaus, um Sporthalle und Sportplatz.

Vor zwei Jahren, daran sei erinnert, hatten Bürgermeister und Gemeindevertretung ihren Rücktritt erklärt, weil man am Gängelband der Kommunalaufsicht keinen Spielraum mehr sah. Eine neue Gemeindevertretung wurde gewählt. Schon seit Jahren muss die Gemeinde Ausgaben ab 500 Euro bei der Kommunalaufsicht anzeigen, über 1000 Euro dort genehmigen lassen. „Und wir haben keine Aussicht, dass sich das irgendwann ändern wird“, stellt Matschinsky fest. Allein könne sich Diekhof nicht aus der finanziellen Misere befreien. Und da die anderen Nachbargemeinden anderen Ämtern angehören, gebe es zu Laage keine Alternative.

„Wir haben uns in Liessow und Weitendorf informiert. So viel wird sich für die Bürger nach einer Eingemeindung nicht ändern“, betont Diekhofs Bürgermeister. Schulsekretärin und Gemeindearbeiter müssten übernommen werden. Mit der Bildung einer Ortsteilvertretung sollte es auch nach einer Fusion Ansprechpartner in Diekhof und Ortsteilen geben.

Bis eine Fusion gegebenenfalls zum Jahreswechsel 2016/17 stattfinden kann, seien harte Verhandlungen mit dem Innenministerium zu führen. „Neben der Entschuldung bräuchten wir auch ein Brautgeschenk“, formuliert Matschinsky. Auch Lochner-Borst sieht eine bloße Entschuldung nicht als Ziel sondern spricht von einer „Entschuldung und einer darüber hinaus gehenden Unterstützung“, ohne dies zum jetzigen Zeitpunkt näherkonkretisieren zu wollen.

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