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Güstrower Tafel : „Bei uns geht keiner leer aus“

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Güstrower Tafel versorgt Bedürftige auch zwischen den Feiertagen / Dringend auf weitere Nahrungsmittelspenden angewiesen

von
erstellt am 29.Dez.2014 | 06:30 Uhr

Zum Monatsende erwarten Gabriele Kempke und Heidi Morlang von der Güstrower Tafel wieder einen Ansturm. „Dann wird das Geld bei den Leuten knapp“, wissen beide aus Erfahrung. Brot, Obst, Gemüse, Wurst oder Süßwaren – die Güstrower Tafel ist weiter auf Nahrungsmittelspenden aller Art angewiesen. „Zu Weihnachten war die Spendenbereitschaft leider nicht so groß wie erhofft“, sagt Gabriele Kempke. Auch am Nikolaustag hatte die Tafel keine Schoko-Weihnachtsmänner. „Wir können nur rausgeben was reinkommt.“

Dennoch reichte das Angebot der Güstrower Tafel, wenigstens kleine Geschenke an bedürftige Kinder auszugeben. Sogar eine Weihnachtsfeier gab es. „Wenn einen die Kinder mit großen Augen angucken, muss ich ihnen einfach was geben“, sagt Gabriele Kempke. Und Heidi Morlang hofft, dass die Dinge, die an die Kinder in der Ausgabestelle in der Güstrower Südstadt verteilt werden, auch wirklich den Kleinen zu Gute kommen. „Kinder bekommen bei uns immer etwas“, unterstreicht sie. „Bei uns geht keiner leer aus.“

Zwölf ehrenamtliche Helfer versorgen bei der Güstrower Tafel die Bedürftigen auch zwischen den Feiertagen – und nicht nur in Güstrow, Teterow und Kronskamp, wo sich feste Anlaufstellen der Tafel befinden. Montags, mittwochs und freitags ist in Güstrow immer von 13 bis 14 Uhr geöffnet, dienstags und donnerstags geht es über die Dörfer. Dann werden Striesdorf, Diekhof, Weitendorf, Lüssow, Krakow am See und auch Mistorf angefahren. Auch Asylbewerberheime, das Frauenschutzhaus und das Obdachlosenheim in Güstrow werden mitversorgt. Am 31. Dezember ist die Tafel in der Südstadt zudem von 11 bis 12 Uhr geöffnet.

Nächstes Jahr will die Tafel ein zweites Gewächshaus für Obst und Gemüse in Betrieb nehmen. „Dafür hoffen wir auf Fördergelder“, sagt Heidi Morlang. Auch das Projekt „Gesundes Frühstück“ mit der Güstrower Förderschule soll weitergehen.

Mehr als 2000 Menschen versorgt die Tafel in der Woche. „Viele sind komplett von der Tafel abhängig“, sagt Heidi Morlang. Eigentlich sollte die Tafel immer nur eine Übergangslösung sein. „Aber wenn die Menschen keine Arbeit finden, bleiben sie von uns abhängig.“ Viele würden seit Jahren regelmäßig kommen. „Unsere Arbeit wird nie aufhören“, ist Heidi Morlang überzeugt.
 

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