Einzelhandel Güstrow : Bei Herrn Do gibt’s allerlei

Von A bis Z bietet Do Nguyen Quoc in seinem Laden in der Domstraße 21 „Allerlei“ an.
Von A bis Z bietet Do Nguyen Quoc in seinem Laden in der Domstraße 21 „Allerlei“ an.

Do Nguyen Quoc hat einen kleiner „Tante-Emma-Laden“ in der Güstrower Innenstadt neu eröffnet.

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11. April 2017, 12:00 Uhr

„Eine Bockwurst bitte!“ Der Maurer von der Baustelle nebenan zahlt, schnappt sich den Pappteller mit Senf und Brötchen und zieht los. Die Klinke gibt er Polizeibeamten in die Hand, die mit dem Streifenwagen vor der Tür kurz halten und sich einen Kaffee bei Herrn Do holen. Do Nguyen Quoc ist umgezogen, hat Anfang März in der Domstraße an der Ecke zum Grünen Winkel seinen kleinen Einkaufsladen neu eröffnet.

Vor knapp einem Jahr ist der aus Vietnam stammende Händler aus Schwerin nach Güstrow gekommen, weil er sich aus privaten Gründen neu orientieren wollte. Als junger Mann war schon zu Ostzeiten, 1988, in die DDR gekommen. Der Gastarbeiter war zunächst als Maschinen- und Anlagenfahrer im Plastverarbeitungswerk Schwerin gefragt, dann kam die politische Wende und das berufliche Aus für den Vietnamesen. „Ich durfte aber hier bleiben und habe mich schon 1991 als Abrissarbeiter selbstständig gemacht“, berichtet der heute 59-Jährige. Seit 1997 sei er Verkaufsunternehmer auf den verschiedensten Gebieten, hatte auch in Schwerin ein Lebensmittelgeschäft. Für die Neuorientierung nach der Trennung von Frau und den beiden schon großen Kindern habe er deutschlandweit Ausschau gehalten. Sein Lieferpartner sei der Handelshof Güstrow gewesen, daher kannte er die Barlachstadt – und habe sich für sie entschieden. Hierher, so hofft er, auch bald seine künftige Frau nachholen zu können, die mit dem gerade geborenen Söhnchen in Vietnam auf die große Reise nach Deutschland warten.

In Güstrow hatte sich Herr Do, wie er für deutsche Zungen am einfachsten anzusprechen ist, zunächst in der Feldstraße einen Laden eingerichtet. „Der lag etwas versteckt, deshalb bin ich jetzt in das frisch sanierte Haus in der Innenstadt gezogen. Hier gibt es bestimmt mehr Kunden“, denkt Do Nguyen Quoc, der alle möglichen Waren des täglichen Bedarfs im typischen Sortiment für einen „Tante-Emma-Laden anbietet. „Do Do-Allerlei“ nennt er deshalb auch seinen kleinen Einkaufsladen. Noch sei es nicht so doll mit der erhofften Laufkundschaft, sagt er, obwohl er auch an Sonn- und Feiertagen öffnet und Zeitungen, Tabak, Getränke und Verschiedenstes verkauft. „Es muss sich wohl noch herumsprechen“, ist Herr Do guter Hoffnung, dass sein Laden von Bewohnern und Berufstätigen der Innenstadt schon noch angenommen wird.

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