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"Sonnenfest" in Zernin : Bei Bio-Energiedorf am Ball bleiben

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Beim Sonnenfest in Zernin wurde diskutiert, wie man Sonne, Wind und Biomasse am effektivsten zur Energiegewinnung nutzen kann und zwar so, dass vor allem auch die Kommunen an der Wertschöpfung daraus teilhaben.

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erstellt am 29.Apr.2012 | 05:54 Uhr

Zernin | "Wir kommen nicht vorbei an den alternativen Energien", davon ist Eckhard Krüger, Vorsteher im Amt Bützower Land, fest überzeugt. "Wenn wir da nichts machen", sehen wir eines Tages alt aus, da ist er sicher. Deshalb ist er seit langem Verfechter von allem, was die Bioenergie voran bringt.

In dieser Hinsicht sah er sich Sonnabend beim Sonnenfest in der Zerniner Pfarrscheune in bester Gesellschaft. Hatten sich doch Bürgermeister, weitere Kommunalpolitiker, Privatleute und Landwirte zusammengefunden, um sich darüber auszutauschen, wie man Sonne, Wind und Biomasse am effektivsten zur Energiegewinnung nutzen kann und zwar so, dass auch die Kommunen an der Wertschöpfung daraus teilhaben. "Es müssen auch die Gemeinden und die Bürger was davon haben." Das sei der "einzig gangbare Weg", so Krüger. Auf jeden Fall sei auch in der Region das Bewusstsein der Menschen zu Bioenergie gewachsen. "Sie stehen dazu", meint der Amtsvorsteher.

Jürgenshagen, Steinhagen, Rühn und Zepelin seien im Amt am weitesten, schätzt er ein. Wobei bei Jürgenshagen nur an die 13 Windkrafträder in der Gemeinde, die Biogasanlage, an die vielen Photovoltaikanlagen auf den Dächern, die LED-Straßenbeleuchtung in Wokrent und die in Vorbereitung befindliche Machbarkeitsstudie fürs Bioenergiedorf Klein Sien genannt sein sollen. Steinhagen steht für die erste Bürgersolaranlage der Region. Die Zepeliner stellten unlängst die Mittel für eine Machbarkeitsstudie zum Bioenergiedorf bereit. "Allerdings brauchen wir nur wenig Eigenmittel", sagt Herbert Blindzellner, exakt 4000 Euro.

Anderswo könnte dies mehr sein. Genau an diesen Geldern hapert es, so das Echo der Bürgermeister auf die Ausführung von Rainer Land, Vorstandsmitglied der Genossenschaft der (Bio)Energiedörfer. Er warb dafür, dass jede Gemeinde eine Machbarkeitsstudie als (Bio)Energiedorf erarbeitet und bot dafür die Hilfe der neu gegründeten Genossenschaft an.

Wenn auch niemand die Notwendigkeite so einer Studie in Frage stellt, so war doch unter den Bürgermeistern der einheitliche Tenor, dass dafür einfach kein Geld da sei. "Ich hab’ nicht mal 100 Euro für ein Dorffest, wo soll ich da die 14 000 Euro hernehmen, die unsere Studie fürs Energiedorf kosten würde?" , meinte Ingolf Sander, Tarnows Bürgermeister. Auch Jürgenshagens Bürgermeisterin Elfriede Schmidt sieht dies so: "Wir wissen heute schon, dass wir kein Geld haben, womit wir die Studie bezahlen können." Optimistisch zeigte sich Rudolf Borchert, energiepolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. "Wir haben in den vergangenen Jahren viele Machbarkeitsstudien zu Bioenergiedörfern gefördert und werden diese weiter mitfinanzieren", betonter er und bot seine Hilfe an.

Stichwort Bio-Energie:
Ein (Bio)Energiedorf oder eine (Bio)Energiestadt ist eine Gemeinde oder Stadt, die ihre Energieversorgung mit selbst erzeugten erneuerbaren Energien sicher stellt. Dabei wird angestrebt, dass mindestens so viel Strom erzeugt wird, wie verbraucht wird und wenigstens 70 Prozent der benötigten Wärme lokal erzeugt wird. Dies kann durch eine Kombination verschiedener erneuerbarer Energien geschehen, z. B. durch Windkraftanlagen, Photovoltaik, Solarthermie, Geothermie oder Wärmepumpen. (Quelle: BED)

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