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MV auf letztem Platz : Behördengang online Fehlanzeige

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In zahlreichen Kommunen gehören Online-Angebote mittlerweile zum Service, um den Bürgern den Weg zur Behörde zu ersparen. Aber MV hinkt laut einer Studie deutlich hinterher und landete abgeschlagen auf dem letzten Platz.

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2012 | 10:04 Uhr

Güstrow | Ob Online-Banking, Einkaufen oder auch die neueste DVD für den nächsten Filmabend bestellen. Im Medienzeitalter lassen sich mittlerweile bereits zahlreiche Dinge bequem vom heimischen Computer erledigen, und das ganz ohne zeitintensive Gänge zur Bank, zum nächsten Supermarkt oder eben in die Videothek.

Doch auch in zahlreichen Kommunen gehören Online-Angebote mittlerweile zum umfangreichen Service, um den Bürgern den Weg zur Behörde zu ersparen oder zumindest deutlich zu erleichtern. Aber Mecklenburg-Vorpommern hinkt laut einer jetzt veröffentlichten Studie der Unternehmungsberatung McKinsey deutlich hinterher und landete bei der Überprüfung der Qualität von Online-Angeboten für die Erledigung von Amtsgeschäften am heimischen Computer abgeschlagen auf dem letzten Platz. Am besten bei der Studie, die die "Südstaaten" außer Acht ließ, schnitt hingegen das kleine Saarland ab.

SVZ nahm das zum Anlass und machte den "Selbstversuch". Unter anderem ging es darum, einen neuen Wohnsitz anzumelden, eine Geburtsurkunde zu beantragen oder einen Hund für die Steuer zu anzumelden. Wir wählten Güstrow und Laage aus.

Die Internetpräsenz der Barlachstadt Güstrow erweckt zunächst einen gut strukturierten und übersichtlichen Eindruck. Über die Navigationsleiste Bürger und Verwaltung ist auch der Weg zum gewünschten Online-Angebot ohne große Umwege eingeschlagen. Bei genauerer Betrachtung wird allerdings schnell deutlich, dass es sich bei den Punkten kaum mehr als um eine Informationsbereitstellung handelt. So erfährt der Besucher zwar Wissenswertes dazu, wie er seinen neuen Personalausweis beantragt, kann die gängigen Fristen einsehen und sich über die Gebühren informieren, doch der Gang zum Bürgerbüro bleibt ihm keineswegs erspart. Und auch wenn es darum geht das neue, vierbeinige "Familienmitglied Hubd" ordnungsgemäß anzumelden und die obligatorische Hundesteuer zu entrichten, sieht Benutzerfreundlichkeit anders aus. Zumindest das Formular als solches kann aber immerhin problemlos herunter geladen und ausgefüllt werden. Doch mit dem Ausdruck in der Hand muss auch hier das Anmelden des Tieres persönlich erfolgen.

Positiv ist zwar beispielsweise die unproblematische Kontaktaufnahme mit allen Ämtern und Abteilungen, dessen Telefonnummern und Mail-Adressen eingesehen werden können. Und auch die Rubrik "Was erledige ich wo?" schafft bei vielen Fragen des Alltags schnelle Abhilfe, wobei die beiden angesprochenen Punkte heutzutage sicherlich zur Grundausstattung einer gut geführten Internetpräsenz einer Kommune gehören sollten. Dennoch stellt der Bürger am Ende fest, dass keines der Ziele - das Beantragen einer Geburtsurkunde und Baugenehmigung oder der Termineservice - online und damit vom heimischen PC erreicht wird.

Oder: persönlicher Kontakt doch besser?

Ähnlich düster fällt die Bilanz des Internetauftritts der Stadt Laage aus. Wie in der Barlachstadt handelt es sich auch dort ausschließlich um ein Informationsangebot, allerdings in weitaus geringerem Umfang. Die nötigsten Formular und Anträge können auch hier per Mausklick herunter geladen werden, doch weiterführende Information bleibt die Stadt ihren Bürgern schuldig. So wird lediglich auf die Öffnungszeiten des Bürgerbüros der Stadtverwaltung verwiesen.

Am Ende des "Selbstversuchs" bleibt festzustellen, dass im 21. Jahrhundert zumindest in der Region Güstrow der Gang zum Einwohnermeldeamt, zur Zulassungsstelle oder zum Bürgerbüro nach wie vor unabdingbar ist. Es stellt sich allerdings die Frage, ob eben diese persönliche und zum Teil sogar kurzweilige Erledigung nicht sowieso lieber vor Ort abgewickelt wird. Schließlich greifen wir nur zu oft zur E-Mail oder zum Handy, anstatt unserem Gegenüber im netten und persönlichen Gespräch in die Augen zu schauen und ihm seine Fragen zu beantworten.

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