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Güstrower Anzeiger

20. November 2017 | 14:57 Uhr

Güstrow : Begleiter in schweren Stunden

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ambulanter Hospizdienst „Christophorus“ seit 15 Jahren in der Region Güstrow tätig.

Der Ambulante Hospizdienst „Christophorus“ mit Sitz in Güstrow und Teterow arbeitet seit 15 Jahren in der Region. Jetzt feierten die ehrenamtlichen Mitarbeiter diesen Geburtstag mit Freunden und Förderern, Kooperationspartnern sowie Angehörigen.

„Ich finde, es ist eine lange Zeit, in der dieser Dienst nun schon angeboten wird“, sagt Manuela Engler. Gemeinsam mit Sabine Büssow (Vertretung für Helke Marienhagen in Elternzeit) und Regina Graw übernimmt sie für die 37 ehrenamtlichen Mitstreiter in Güstrow und die 17 in Teterow die Koordination. Wichtig ist ihnen allen bei ihrer Arbeit mit Sterbenden, dass sie sich Zeit für sie nehmen und sie ein Stück am Ende des Lebens begleiten können. „Wir sind aber auch Ansprechpartner für Angehörige“, betont Manuela Engler. Die 38-Jährige ist seit zwei Jahren Koordinatorin in der Güstrower Gruppe, davor war sie ehrenamtlich tätig. „Die Zahl der Begleitungen im vergangenen Jahr hat sich deutlich erhöht“, sagt sie. 2016 begleiteten die Mitstreiter 81 Menschen, in diesem Jahr ist diese Zahl bereits jetzt erreicht.

Angebot heute bekannt und akzeptiert

Anfängliche Schwierigkeiten des Hospizdienstes scheinen überwunden. „Es war eine unheimliche Hürde, weil viele gar nicht genau wussten, was wir anbieten“, erklärt Manuela Engler. Bedauert wurde am Freitag, dass Wilhelm Reichel, der den Hospizdienst in Güstrow vor 15 Jahren in Trägerschaft der Diakonie und Caritas aufbaute, und Heidi Hahnemann, die diese Arbeit weiter führte, nicht dabei sein konnten. Aber viele Ehrenamtliche, die schon einige Jahre bzw. sogar von Anfang an dabei sind, feierten. Zu ihnen gehörte Eva Schorling. „Ich durfte schon viele Begleitungen übernehmen und das war eine sehr schöne Erfahrung für mich“, sagt sie.

Manche Begleitung dauert nur wenige Tage, andere vielleicht Monate. Angehörige zu unterstützen, Menschen ihren letzten Wunsch erfüllen oder durch Gespräche menschliche Zuwendung und Wärme geben – die Aufgaben sind vielfältig. Was bewegt Menschen, gerade hierin ihre Aufgabe zu sehen? Regina Graw (54) aus Bützow hatte 2003 den zweiten Befähigungskurs zur Hospizhelferin absolviert, der für jede Ehrenamtliche Voraussetzung der Mitarbeit ist. „Ich bin Krankenschwester, habe die letzten drei Jahre auf der Palliativstation in Bützow gearbeitet und finde, diese Verbindung ist hilfreich“, erzählt sie. Am Menschen dran sein, in den letzten Lebensstunden und auch in schweren Stunden ansprechbar zu sein, das sei ihr Wunsch. „Ich schätze die Arbeit der Ehrenamtlichen und freue mich über unsere starke Gruppe“, betont sie.

Heilsames Singen als Kraftquelle

Nach 15 Jahren gibt es auch noch immer wieder Neues, was in der Gruppe angeboten wird. Durch die Unterstützung aus der Aktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ ist es möglich, jetzt auch einen offenen Trauerkreis unter professioneller Anleitung anzubieten. Das nächste Treffen ist am Mittwoch, 11. Oktober. Und immer am 1. Montag des Monats wird in das Gemeindehaus am Domplatz 6 zum heilsamen Singen „als Kraftquelle“ eingeladen. Eine Musiktherapeutin gestaltet diese Abende. „Das ist zum Genießen, zum Auftanken und um zur Ruhe zu kommen“, erklärt Manuela Engler. Hieraus würden sie auch Ideen in die Begleitungen mitnehmen. Auch bei der Feier am Freitag wurde heilsames Singen angeboten.

 

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