SVZ-Serie „Vereine in der Region“ : Begeisterung für die Dressur

Die Beteiligung am Training war auch am vergangenen Sonnabend wieder groß. Fotos: Katrin Elsner, christian Menzel
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Die Beteiligung am Training war auch am vergangenen Sonnabend wieder groß. Fotos: Katrin Elsner, christian Menzel

Im Laager Reitverein sind insbesondere Kinder und Jugendliche aktiv.

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12. März 2018, 16:00 Uhr

Katrin Elsner kann jetzt wohl zum Stift greifen und drei dicke Kreuze machen. Das wollte die Schatzmeisterin vom Laager Reitverein tun, wenn die Wintermonate endlich überstanden sind. „Wir haben zwar einen Reitplatz in der Nähe, aber keine Halle. Deshalb können wir bei viel Schnee oder Glätte nicht trainieren“, erklärt sie. Langweilig wird es im Verein deshalb nicht. Für Pferdefreunde gibt es auch in den Wintermonaten viel zu tun, dann eben in den Ställen. „Und zur Teambildung gehen wir auch mal gemeinsam Rodeln oder zum Kegeln“, sagt Katrin Elsner.

20 Mitgliedern zählt der Laager Reitverein. Die große Mehrzahl sind Kinder und Jugendliche – und alles Mädchen. „Da herrscht manches Mal schon Zickenalarm“, schmunzelt die Kassenwartin. Gegründet wurde der Verein nach der Wende, aber die Wurzeln des Pferdesports in Laage gehen zurück auf das Jahr 1954. „Damals gründete sich in der Gesellschaft für Sport und Technik die Sektion Pferdesport. Initiator und Sektionsleiter war der Schmiedemeister Franz Metz“, berichtet Katrin Elsner, die sich 2014 zur 60. Wiederkehr dieses Datums mit der Geschichte des Pferdesports in der Recknitzstadt befasst hatte. Damals stellten Bauern und landwirtschaftliche Betriebe aus der Umgebung Arbeitspferde für die neu gegründete Sektion zur Verfügung.


Wilhelm Elsner seit 1990 Vereinsvorsitzender

Einen Aufschwung gab es 1961, als sich die Pferdesportler der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Traktor Laage anschlossen. Mit der Verbesserung der materiellen Bedingungen – die BSG erhielt drei Reitpferde und konnte mit Transportern der LPG Breesen oder des Volkseigenen Gutes Laage zu Turnieren fahren – stieg auch die Mitgliederzahl. Vom Voltigieren über Dressur, Springreiten und dem Fahren mit Gespannen waren die Laager breit aufgestellt.

Eine kritische Zeit brach nach der Wende an. Einstige Trägerbetriebe der BSG brachen weg und den Pferdesportlern drohte das Aus. Rettung kam durch die Vereinsgründung und das Engagement des Fuhrunternehmers und Pferdezüchters Wilhelm Elsner. Der heute 75-Jährige holte die vereinseigenen Pferde auf seinen Hof, versorgte sie und übernahm den Vorsitz im Verein. Unter seiner Leitung gab es zahlreiche Höhepunkte. Heraus ragen die zweitägigen Turniere mit bis zu 800 Starts, die der Verein organisierte. Seit 2012 finden keine Turniere mehr statt. „Die Personaldecke im Verein ist einfach zu gering, als dass wir solche Arbeiten leisten könnten“, bedauert Katrin Elsner. Jetzt konzentriert sich der Verein darauf, die jungen Mitglieder für den Reitsport, vor allem für die Dressur, zu begeistern. Dazu reisen die Laager zu kleineren Turnieren in der Region und am liebsten zu Reiterspielen. Dreimal in der Woche steht Training auf dem Plan: montags für die Anfänger und donnerstags für die Fortgeschrittenen. Am Sonnabend treffen sich die Mitglieder ab 13 Uhr auf dem Reitplatz. Das Ende ist meist offen. Dann erhält Katrin Elsner Unterstützung von ihrem Mann Roland, ein ausgebildeter Übungsleiter und schon zu DDR-Zeiten sehr erfolgreich im Dressurviereck. Vereinseigene Pferde gibt es nicht, aber die jungen Sportler dürfen die privaten Tiere der Elsners reiten.

Die Namen von zwei Sportlern vom Laager Reitverein tauchen in den Ergebnislisten von Dressur-Wettbewerben regelmäßig auf: Susanne Voß mit ihrem Pferd Sun Amour und Wiebke Elsner mit Rubinio. Beide bereiten sich derzeit intensiv auf die Hallen-Landesmeisterschaften am nächsten Wochenende im Landesgestüt Redefin vor.

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