Dorfmuseum Lohmen : Beamer und ein mysteriöser Fall

Manfred Soltwedel (l.) und Heinz Koch vom Kulturverein Lohmen haben für die Museumsscheune Beamer und Laptop angeschafft, um die Besucher noch umfassender informieren zu können.
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Manfred Soltwedel (l.) und Heinz Koch vom Kulturverein Lohmen haben für die Museumsscheune Beamer und Laptop angeschafft, um die Besucher noch umfassender informieren zu können.

Saisoneröffnung im Museumsspeicher in Lohmen: Kulturverein präsentiert sich multimedial. Suche nach verschwundenem Grab.

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27. Mai 2017, 08:00 Uhr

Heinz Koch und Manfred Soltwedel vom Kulturverein Lohmen sitzen an einem alten Wohnzimmertisch in der Museumsscheune. Vor sich haben sie ein Laptop sowie zwei Beamer. Eine Neuerung im Lohmener Dorfmuseum, dass sich mit der Saisoneröffnung in dieser Woche erstmals auch multimedial gibt. Der 68-jährige Soltwedel hat drei Power-Point-Präsentationen erstellt, bei denen die Besucher auf Wunsch in bestimmte historische Aspekte der Region rund um Lohmen eintauchen können. „Zudem haben wir auch an unsere zahlreichen Gäste aus der Reha-Klinik gedacht“, sagt Koch und verweist auf den zweiten Beamer. Wer es wegen einer Gehbehinderung nicht schafft, die Treppe zum oberen Teil des Museums zu erklimmen, kann sich in Ruhe an den Wohnzimmertisch setzen und bei einer Präsentation auf der Leinwand die obere Museumsetage erkunden.

„Ein Treppenlift wäre natürlich besser“, sagt Koch und denkt über eine solche Anschaffung für das Museum nach. „Dafür suchen wir allerdings noch Sponsoren“, sagt er. Im Museumsspeicher hat der Kulturverein auf zwei Etagen die Entwicklung des Lebens und der Technik im ländlichen Raum im 20. Jahrhundert in den Fokus gerückt. „Wir wollen zeigen, wie sich das tägliche Leben der Dorfbewohner durch die technische Entwicklung verändert hat“, sagt Koch. So ist beispielsweise eine Küche ganz ohne Strom zu sehen sowie eine Küchenausstattung als 1931 der Strom nach Lohmen kam. Zur jetzigen Saisoneröffnung wurde die Ausstellung noch einmal überarbeitet und ergänzt. Neu ist eine kleine Schusterwerkstatt, die mit Hilfe des Salzmuseums Bad Sülze eingerichtet werden konnte. „Und wir haben die komplette Beleuchtung im Museum durch LED ersetzt“, hebt Koch hervor.

Die Power-Point-Präsentationen von Manfred Soltwedel dokumentieren den Bau eines Einbaums, der in der Museumsscheune zu sehen ist. Zudem geht es um die Restaurierung der alten Wegweiser-Steine zwischen Lohmen und Goldberg, ein Projekt, das der Bodendenkmalpfleger Soltwedel unter seinen Fittichen hat. Ebenso wie die Rekonstruktion alter Landwege. „Wir wollen zeigen, wie die Leute damals eigentlich von einem Dorf zum anderen gekommen sind, als es noch keine Straßen gab“, erklärt der Lohmener.


Verschwundenes Großsteingrab


Soltwedel arbeitet zudem gerade an einem etwas mysteriösen Vorhaben. „Man liest immer wieder in Quellen und im Internet, dass es südlich von Lenzen im Naturpark Sternberger Seenland ein Großsteingrab aus der Steinzeit gibt – doch dieses Grab ist verschwunden“, erzählt er. Deshalb hat sich Soltwedel auf die Suche nach den Überresten des rund 6000 Jahre alten Grabes gemacht. „Wo sind die riesigen Steine hingekommen?“, fragte er sich und glaubt, fündig geworden zu sein. „Ich habe in unmittelbarer Nähe die Gruft des ehemaligen Gutsbesitzers von Voss entdeckt. Die Steine der Gruft könnten vom Großsteingrab stammen. In einen ist das Wappen des Gutsbesitzers eingemeißelt“, sagt Soltwedel. Er will den Fall umfangreich dokumentieren.

 
Service

Der Museumsspeicher Lohmen, Chausseestraße 9, hat ab sofort in der Saison bis zum 3. Oktober dienstags bis sonnabends von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Gruppen können sich auch außerhalb der Öffnungszeiten anmelden (Telefon 038458 20040). Kontakt auch über E-Mail dorf-museum-lohmen@t-online.de.

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