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Tierschutz in Güstrow : Baustopp wegen Kostenexplosion

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Das Katzenhaus des Güstrower Tierschutzvereins wird in diesem Jahr nicht fertig – die Pfahlgründung hat 80 000 Euro mehr verschlungen.

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erstellt am 13.Sep.2017 | 05:00 Uhr

Dringend benötigt der Tierschutzverein Güstrow sein neues Katzenhaus. Der Neubau soll Platz für Fundtiere aus der Region auf dem neuesten Stand bieten. Im Herbst 2016 wurde dafür der alte Bretterverschlag auf dem Gelände in der Lange Stege 12 abgerissen. Es folgte eine aufwendige Pfahlgründung für den Neubau. „Damit haben wir nicht gerechnet. Die Bodenverhältnisse waren sehr schlecht – das hat uns finanziell das Genick gebrochen“, erklärt Carmen Lahl, Vorsitzende des Tierschutzvereins, und fügt hinzu: „Die Kosten sind explodiert. 80 000 Euro müssen nun mehr aufgebracht werden.“

Mit 270 000 Euro wurde der Bau ursprünglich veranschlagt. Die zehn Prozent Eigenanteil wurden durch den Deutschen Tierschutzbund als Dachverband aufgebracht, der Rest kam als Förderung vom Land. Durch die Mehrkosten fehlt nun für Heizung, Innenausbau und Außenanlagen das Geld. „Den Antrag auf Förderung der übrigen 80 000 Euro haben wir jetzt beim Landesförderinstitut gestellt und hoffen auf einen positiven Bescheid. In jedem Fall wird es ein Katzenhaus geben – das brauchen wir dringend für die Region“, betont Carmen Lahl. Im Moment platzen die Pflegestellen aus allen Nähten, auch eine Warteliste gäbe es bereits und zuletzt seien wieder sechs herrenlose Maikätzchen abgegeben worden. „Gerade für diese Tiere fehlt uns eine Quarantäne-Station“, sagt Carmen Lahl.

Diese sei für den Neubau vorgesehen, genauso, wie drei Katzenräume nebst Außengehegen, ein Foyer für Schreibarbeiten und Vermittlungen sowie ein Wirtschafts- und ein Multifunktionsraum. Aktuell steht der Rohbau, auch das Dach ist fertiggestellt. „Jetzt wird die Baustelle winterfest gemacht“, erklärt die Vereinsvorsitzende. Gerade werde die Fassade verputzt, heute erhalte der Fußboden eine Versiegelung und morgen würden Fenster und Türen gebracht werden, gibt Carmen Lahl einen Einblick in die Bautätigkeit. Mehr passiert vorerst nicht, bis wieder Geld zur Verfügung steht. „Wenn dieses Haus einmal fertig ist, dann haben wir nur noch ganz wenige Sorgen. Wir hoffen nur, dass sich auch die Politik endlich zum Tierschutz bekennt – die dringend notwendigen Kastrationen weiter finanziell unterstützt und auch ein Katzenschutzgesetz auf den Weg bringt“, fasst die ehrenamtliche Tierschützerin zusammen.

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