Eigenheimbau : Bauplätze: Stadt macht weiter Tempo

Abrissreif, einsturzgefährdet: Wie verwunschen liegt der ehemalige Hof, von der Straße aus nur zu erahnen, brach.  Fotos: eckhard rosentreter
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Abrissreif, einsturzgefährdet: Wie verwunschen liegt der ehemalige Hof, von der Straße aus nur zu erahnen, brach. Fotos: eckhard rosentreter

Zwischen Bredentiner Weg und Friedhof könnten schon nächstes Jahr weitere dutzende Eigenheime gebaut werden / Umnutzung für große, brache Flächen

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10. Juni 2015, 06:00 Uhr

Nach der bereits beschlossenen Bereitstellung von Baugrundstücken im Hengstkoppelweg macht die Güstrower Stadtverwaltung weiter ernst. Östlich des Bredentiner Weges bis hin zum Friedhof könnten, eine durchschnittliche Größe von jeweils 600 Quadratmetern angenommen, etwa 60 Grundstücke für die Bebauung mit Einfamilienhäusern entstehen. Insgesamt stehen hier 4,4 Hektar zur Verfügung, die fast ausschließlich in städtischem Besitz sind. Dazu gehört als Kernstück der sogenannte Petershof, ein seit mehr als 20 Jahren nicht mehr genutztes Objekt aus Wohngebäude, Stallungen und Garagen, das zunehmend zerfällt. Das ganze Gelände rundum war einst als Gewerbegebiet ausgewiesen, für das aber seit zehn Jahren kein Bedarf mehr angemeldet wurde. Ergebnis ist, dass die Natur sich ihr Land in dem weitläufigen Gelände zurückerobert.

Das schwer zu sichernde Gebiet stellte eine zunehmende Gefahr dar, wird von Kindern und Jugendlichen gerne als „Abenteuerspielplatz“ genutzt. So erscheint es naheliegend, dass das innenstadtnahe Gebiet als Wohngebiet erschlossen wird. Teilweise ist das Gebiet bereits erschlossen. Auch würde sich durch die Umnutzung vom Gewerbe- in Misch- und Wohngebiete die Versiegelung und damit der Eingriff in Natur und Landschaft verringern, was die sonst aufwändigen Umweltverfahren vereinfacht. Somit würden sich die Erschließungskosten „rechnen“, könnten alle Parzellen einen Abnehmer finden und rechnete man mit Mindestgeboten von 56 Euro pro Quadratmeter, wie beim Hengstkoppelweg gehandhabt.

Einhellige Zustimmung findet das Vorhaben bereits im Ausschuss für Stadtentwicklung, auch wenn Steffen Geufke da Zweifel anmeldete, ob so viele potenzielle Bauplätze in Güstrow tatsächlich nachgefragt würden. Zumal auch der Pfahlweg nach wie vor als Bauland ausgewiesen sei. Dort aber, meint Sabine Moritz, werde es aber mit Sicherheit teurer werden; und der Bedarf sei sehr wohl gegeben. Uwe Heinze, der auch für einige größere Grundstücke in dem Gebiet östlich des Bredentiner Weges plädiert, scheint es sogar nicht schnell genug zu gehen: „Wenn das im Frühjahr 2016 fertig wäre, würde es passen.“ Gut gemeinte Euphorie muss Regine Schneider vom Stadtent-wicklungamt allerdings etwas bremsen: Noch sei das Ganze nicht im Haushalt verankert. Geprüft werden müssten zudem noch Fördermöglichkeiten für den Abbruch der Bebauung. Andererseits dränge die Zeit aber auch: Anträge für die europäischen Efre-Mittel etwa müssten bis 15. Juli gestellt sein. Da würde die Beschlussfassung durch die Stadtvertretung am 9. Juli gerade noch rechtzeitig kommen.

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