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Bürgermeister würdigte verstorbenen Denkmalpfleger : Bauherrenpreis für Häuser-Retter in Güstrow

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Es ist Tradition geworden, dass der Tag des offenen Denkmals mit der Verleihung des Bauherrenpreises in der Galerie Wollhalle eröffnet wird. Dieses Jahr hatte sich die Jury zwischen zwei Bauherren zu entscheiden.

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erstellt am 08.Sep.2013 | 05:46 Uhr

Güstrow | Der Bauherrenpreis 2013 für die gelungenste Sanierung im vergangenen Jahr geht an Victoria und Reinhard Lieberum. Das Ärztepaar aus Lahnstein bei Koblenz erhielt die Ehrung für die Sanierung der Gebäude Am Berge 10, 11 und 12. "Dank ihres mutigen Engagements und des erheblichen Einsatzes ist es gelungen, alle drei Gebäude denkmalgerecht zu sanieren und wieder vollständig zu nutzen", heißt es auf der Urkunde, die Bürgermeister Arne Schuldt in Abwesenheit der Bauherren an Jens-Peter Kruse vom Architekturbüro Kruse und Fliege überreichte. Die Volks- und Raiffeisenbank steuerte das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro bei.

Es ist Tradition geworden, dass der Tag des offenen Denkmals in Güstrow mit der Verleihung des Bauherrenpreises in der Galerie Wollhalle eröffnet wird. In diesem Jahr erinnerte Bürgermeister Schuldt zudem an den vor wenigen Tagen verstorbenen Denkmalpfleger Jürgen Höhnke. "Er war ein Kämpfer, der unermüdlich für den Erhalt von Denkmalen in unserer Barlachstadt eintrat. Ihm ist zu verdanken, dass viele Häuser, Türen oder andere Objekte erhalten werden konnten", würdigte Schuldt. Mit einer Schweigeminute gedachten die Besucher in der Wollhalle des Verstorbenen.

Für den Bauherrenpreis hatte sich die Jury dieses Jahr lediglich zwischen zwei Bauherren zu entscheiden. Neben den Preisträgern standen auch die durch die Wohnungsgesellschaft Güstrow sanierten Gebäude Lange Straße 1 bis 3 auf der Liste. "Die WGG, die in der Altstadt zirka 300 Wohnungen bewirtschaftet, hat durch die Sanierung der drei Gebäude mit zur Verschönerung der Langen Straße beigetragen", sagte Schuldt.

Die Jury hatte sich aber einstimmig für Am Berge 10 bis 12 ausgesprochen. "Die Stadt hatte sich nach langer vergeblicher Investorensuche gerade entschlossen, die Instandsetzung selbst zu übernehmen. Einen dafür ausgeschriebenen Architektenwettbewerb hatten Kruse & Fliege gewonnen. Dann aber stiegen Victoria und Reinhard Lieberum als Investoren ein", erinnerte Schuldt an die Sanierungsgeschichte. Jens-Peter Kruse berichtete von "so mancher schlaflosen Nacht", die ihn die völlig maroden Gebäude gekostet hätten. "Bei der Nummer 10, einem um 1770 entstandenen barocken Fachwerkhaus mit einem klassizistischen Blendgiebel, mussten wir die obere Kemlade komplett auf Stelzen stellen, da der untere Teil nicht zu retten war", nannte er ein Detail. In der Nummer 11, einem klassizistischen Gebäude von 1806, wurde in der oberen Etage ein Lastenrad erhalten. Die beiden Kemladen an der Rückseite mussten schon lange vorher wegen Baufälligkeit abgerissen werden. In der 1832 im rein klassizistischen Stil erbauten Nummer 12 wurden die Strukturen auch im Hausinneren erhalten und den modernen Wohnformen angepasst.

Mit dem Bauherrenpreis soll das Engagement der Investoren für den Erhalt und die Verschönerung der Güstrower Innenstadt gewürdigt werden. Auch 2014 wird die Stadt wieder einen Bauherrenpreis für die gelungenste Sanierung 2013 ausloben. Nicht nur Insider vermuten, dass mit Ulrich Bunnemann, der das Derz’sche Haus wieder einer Nutzung zuführte, ein heißer Kandidat feststehen dürfte.

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