Güstrow : Barlach-Brief als Schenkung

Volker Probst präsentiert den Brief mit Umschlag, der nun in den Besitz der Barlachstiftung übergegangen ist.
Volker Probst präsentiert den Brief mit Umschlag, der nun in den Besitz der Barlachstiftung übergegangen ist.

Der Bildhauer reflektiert in dem Dokument sein frühes Schaffen

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26. März 2015, 06:00 Uhr

Freude in der Ernst-Barlach-Stiftung. Die Einrichtung hat jetzt einen Brief, den Ernst Barlach 1930 an die Tochter eines Hamburger Reeders schrieb, als Schenkung erhalten. Das Schriftstück, das sich bereits seit 2001 als Leihgabe der Familie von Josua Leander Gampp in der Stiftung befand, wurde in der Ausstellung „Wege und Wandlungen. Vom Jugendstil zum Expressionismus“ erstmals öffentlich gezeigt. Stationen der Präsentation waren damals Flensburg, Güstrows Partnerstadt Ribe und im Frühjahr 2003 die Barlachstadt selbst.

Den Brief hatte Ernst Barlach am 30. Januar 1930 geschrieben und darin der Adressatin, Lola Jarke-Moeller, zum Tode ihrer Mutter kondoliert. 30 Jahre zuvor hatte der junge Barlach mit der Familie zu tun. Als der Sohn des Hamburger Reeders Gustav Moeller (1843 -1921), Walter Moeller, 24-jährig bei einem Schiffsunglück ums Leben kam, beauftragte der Unternehmer den damals in Wedel lebenden Künstler mit der Errichtung einer Grabanlage. Dieses 1902 fertig gestellte Frühwerk Barlachs ist heute noch auf dem Friedhof Hamburg-Ohlsdorf zu sehen. In dem Brief blickt Barlach auf diese Zeit zurück und bringt auch nach der Distanz von drei Jahrzehnten seine Dankbarkeit darüber zum Ausdruck, dass er damals einem erfahrenen Künstler vorgezogen wurde. Ohnehin seien ihm „die Wedeler Tage mit ihren problematischen Situationen, die Besuche in Süderhaff, Hamburg, Altona (sind mir) vergleichsweise klarer als etwa die späteren verworrenen Jahre in Berlin, Höhr, Italien, Russland“ in Erinnerung.

Ernst Barlach ist als begnadeter Briefeschreiber bekannt. Von seinen zirka 2000 Korrespondenzen wurden 1500 von dem Herausgeber Friedrich Dros publiziert. Etwa 100 befinden sich im Bestand der Stiftung. „Dieser Brief aus dem Jahr 1930 ist besonders wertvoll, weil Barlach, inzwischen 60 Jahre alt, sein frühes Schaffen reflektiert“, wertet Geschäftsführer Dr. Volker Probst die der Stiftung überlassene Schenkung. 




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