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Was passiert mit Parkbank? : Bank-Disput geht in nächste Runde

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Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Ausschüsse der Stadtvertretung diskutieren CDU-Antrag, die Bank auf dem Pferdemarkt umzusetzen / Mehrheit lehnt Vorschlag ab

svz.de von
erstellt am 07.Jan.2015 | 06:00 Uhr

Die Diskussion um die „Problem-Parkbank“ am Eingang zur Güstrower Flaniermeile, dem Pferdemarkt, geht in die nächste Runde. Da die Bank ein beliebter Treffpunkt für zum Teil stark alkoholisierte Personen ist, von denen sich viele Passanten gestört fühlen, suchen nun die Stadtvertreter nach Lösungen für das Problem.

Doch konnten sich weder der Bauausschuss noch der Jugend- und Kulturausschuss Montagabend dazu durchringen, dem CDU-Antrag auf Umsetzung der Bank an einen anderen Standort zuzustimmen.

„Das ist eine recht schwierige Angelegenheit. Denn es ist nicht unser Anliegen, Leute aus der Stadt zu verdrängen und als Randgruppe zu stigmatisieren“, meint Stephan Murr (CDU), Vorsitzender des Bau- und Verkehrsausschusses. Zwar sehe es die CDU als notwendig an, dass die Bank an diesem markanten Ort in der Innenstadt weggenommen und an anderer Stelle platziert werde. „Aber die Mehrheit des Bauausschusses meint, die Bank soll da bleiben, wo sie ist“, so Murr. Grundsätzlich sei sich der Bauausschuss darin einig, dass es in der Innenstadt zu wenig Bänke gebe, darüber müsse man nochmal nachdenken, meint er.


Rund um Markt keine einzige Parkbank


Diese Tatsache wurde auch im Jugend- und Kulturausschuss moniert. Rund um den Markt gebe es nicht eine einzige Bank, so die Feststellung. „Die Bänke sind ja alle mal aus demselben Grund verschwunden, weshalb heute die Bank am Pferdemarkt weg soll“, erinnert sich Thora Nacke (Bündnis 90 Grüne/FDP). Sie sehe die Situation am Pferdemarkt allerdings nicht so problematisch, meint die frühere Stadtjugendpflegerin mit dem großen Herzen. „Lasst sie doch dort sitzen!“, fordert sie ihre Ausschuss-Kollegen auf. „Ihr könnt sie doch nicht alle einsammeln und christianisieren“, meint sie auf den Vorschlag, man müsse dem Grundübel, dem Alkoholismus, zu Leibe rücken.

Das sehe sie genauso, so Gudrun Mucauque (Die Linke). „Für einen Fremden, der die Stadt betritt, ist das schon ein befremdlicher Anblick und die Touristen machen sich ein gewisses Bild von der Stadt, wenn sie dort vorbei gehen“, hält dem Hans-Georg Kleinschmidt (SPD), Vorsitzender des Kulturausschusses, entgegen. „Es kann nicht sein, dass so was toleriert wird“, sagt er und meint damit, dass mancher der „Park-Bänkler“ im betrunkenen Zustand auch mal Leute angepöbelt und sogar angespuckt haben soll, dass er neben die Bank pinkele oder sich dort schlafen lege.

Es gehe nicht darum, über jemanden den Stab zu brechen, so Kleinschmidt. Aber man müsse an der Stelle ein ordentliches Bild bieten, fordert er. „Es gibt einen gewissen Standard an Ordnung und Sicherheit, das muss man auch den Betreffenden vermitteln“, so Mathias Puschik (CDU). Und schlägt vor: „Wir müssen mal ausloten, welche Möglichkeiten die Stadt und die Polizei haben, diesen Menschen zu sagen, dass es auch für sie bestimmte Regeln gibt“, meint er. „Man kann nicht jemanden von der Verantwortung freisprechen, nur weil er sozial schwach ist“, pflichtet ihm Kleinschmidt bei.

Die Stadt habe in den letzten Jahren schon vieles getan, um den alkoholkranken Menschen zu helfen, meint Gisela Karmann, Leiterin des Sozial- und Schulverwaltungsamtes der Stadt, und nennt das Beispiel Streetworker. „Aber die Leute müssen sich auch helfen lassen“, sagt sie. „Es gibt auch heute viele soziale Einrichtungen in der Stadt, die kümmern sich. Aber die Betreffenden wollen sich nicht helfen lassen“, stellt sie fest. Und einen „Platzverweis wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses“ könne nur die Polizei aussprechen.

„Unsere Möglichkeiten sind begrenzt“, räumt auch Anett Zimmermann, Abteilungsleiterin Marketing, Kultur und Tourismus der Stadt, ein. Doch gibt sie zu bedenken: „Der Pferdemarkt ist das Eingangsportal zur Stadt, über das wir ganz gezielt die Touristen lenken.“ Und da könne man solche Zustände, wie sie manchmal an der Bank herrschen, einfach nicht dulden, so ihre Meinung.

 

 

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