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Aus der Dominikanischen Republik : Bananen aus Mao auch in Güstrow

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Bio-Obst / Jennifer Nitzschke berichtet für Klecks aus Mao, Valverde, Dominikanische Republik / 6. und letzter Teil

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2014 | 23:30 Uhr

Auf deutsch gibt es ein Wort für die Banane und kaum einer kennt verschiedene Sorten. In der Dominikanischen Republik habe ich sieben Wörter für unterschiedliche Bananen kennen gelernt und das ist natürlich nur ein kleiner Teil von dem, was es wirklich gibt. Überall auf der Insel sind Bananenplantagen, vor allem in der Region Nord-West, da dort ein fruchtbares Tal mit guten Bedingungen liegt. Auf einigen T-Shirts von stolzen Dominikanern kann man sogar „Bananen-Republik“ lesen. In die ganze Welt wird importiert, auch nach Deutschland.

Unterschieden wird unter anderem nach konventioneller Anbaumethode und Bio-Anbau. Die einen schützen ihre Bananenstauden mit blauen, chemisch belasteten Tüten, die anderen mit weißen Tüten. Ich habe auf einer Plantage gearbeitet, auf der weiße Tüten eingesetzt wurden, also auf einer Bio-Plantage in Mao.

Aber warum schreibe ich das alles? Warum sollte die Leser in Güstrow das interessieren? Weil sie genau diese Bananen kaufen. Im Bio-Laden „Himmel und Erde“ und manchmal auch im Bistro Verdura bekommt man Bananen aus Mao. Die Marke Milagros erkennt man an den lila-pinken Kartons und Aufklebern auf den Früchten. Überall in Nordosten Deutschlands sind sie vor allem in Bio-Läden zu finden.

Von der Plantage bis in die Läden brauchen die Bananen drei Wochen. Bei niedriger Temperatur werden sie mit dem Schiff nach Rotterdam gebracht, von dort aus nach Duisburg in die so genannte Reiferei. Nach fünf bis sechs Tagen Reifezeit wird die Ware direkt in die Läden geliefert.


Wenig Regen gut für Bananen


Uta Zorbas (55), Geschäftsführerin bei „Himmel und Erde“, meint, dass pro Woche ungefähr 50 Kilogramm Bananen verkauft werden und die Zahlen sogar weiterhin ansteigen. „Bananen gehören zu den Produkten, die man unbedingt Bio kaufen sollte, da die konventionell produzierten mit sehr viel Chemie behandelt werden“, meint sie.

In Mao seien die Bedingungen perfekt für eine natürliche Bananenzucht, erklärt Projektmanager des Exportunternehmens „Bio Tropic“ Volker Schmidt (49) vor Ort, „Es regnet hier sehr wenig, deswegen kann sich der Pilz Sigatoka nicht so stark vermehren. Das bedeutet, dass keine Pestizide benötigt werden und somit Mensch und Umwelt geschont werden“, erklärt er. Auch die Arbeitsbedingungen seien gerecht. „Ich bin überzeugt, dass wir hier speziell sehr gut mit den Arbeitern umgehen und auch bereit sind in gewissen Situationen zu helfen“., berichtet Volker Schmidt.

Diese Erklärungen beruhigen Uta Zorbas, denn Bananen waren schon immer ein umstrittenes Obst in der Bio-Bewegung. Geschäftsführerin im Bistro „Verdura“, Kirsten Mesewinkel-Nowack, legt trotzdem mehr Wert auf regionales und saisonales Obst und Gemüse. „Ich bevorzuge lieber einen guten Apfel. Die haben wir zurzeit in großen Mengen. Für mich muss keine Banane um die halbe Welt reisen“, erklärt sie. Aber beide Frauen sind sich einig: Sie wüssten gar nicht mehr, wie andere Bananen schmecken, da sie seit Jahren nur noch diese essen.

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