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Mittagsversorgung für Schüler ab Januar ungewiss : Ballhaus-Betreiber schmeißt hin

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Der Betreiber des Ballhauses in Laage hat zum Jahresende seinen Mietvertrag gekündigt. Jetzt muss die Stadt schnell tätig werden, um die Mittagsversorgung für die Schüler des Recknitz-Campus ab Januar zu gewährleisten.

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erstellt am 22.Nov.2011 | 11:02 Uhr

Laage | Der Betreiber des Ballhauses in Laage setzt die Stadt in Zugzwang. Er hat zum Jahresende seinen Mietvertrag gekündigt und greift damit der Stadt vor, die jüngst ein "Interessenbekundungsverfahren" startete, um im Mai 2012, wenn der Mietvertrag ausläuft, eine nahtlose Fortführung zu gewährleisten. Knackpunkt ist die Essenversorgung für Schüler des Recknitz-Campus. Um die ab Januar zu gewährleisten, muss die Stadt nun schnell tätig werden.

Die Mittagsversorgung für die Schüler und die gastronomische Versorgung bei Sportveranstaltungen sind die wichtigsten Eckpunkte bei der Bewirtschaftung des Ballhauses. Das möchte Laages Bürgermeisterin Ilka Lochner-Borst auch künftig so sehen. "Wir müssen eine Lösung für die Mittagsversorgung finden", betont Lochner-Borst für den Fall, dass kein neuer Pachtvertrag bereits für Jahresanfang 2012 zu Stande kommt. Zwei Interessenten für das Ballhaus hätten sich bereits bei der Stadt gemeldet. Ein erstes Gespräch wurde dort gestern geführt. Ob ein nahtloser Übergang möglich ist, sei zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht abzusehen. Eher nicht, denkt die Bürgermeisterin. Schließlich laufe der gültige Pachtvertrag bis 31. Dezember. Denkbar wäre es aber, für die Mittagsversorgung eine Zwischenlösung zu erreichen. "Es gibt viele Essenanbieter, die vielleicht für eine Übergangszeit einspringen könnten", sagt Lochner-Borst. Eine derartige Dauerlösung habe man nicht im Sinn.

Durchschnittlich 40 bis 50 Schüler essen im Ballhaus, berichtet Andreas Springer. Daneben können Schüler auch in der Kindertagesstätte der Volkssolidarität zu Mittag essen oder das Angebot von einigen Müttern zweimal in der Woche in der Schule selbst nutzen. Dort wird ein einfaches und günstiges Essen ausgegeben.

"Es ist finanziell nicht mehr zu schaffen", begründet der Ballhaus-Betreiber Mit der Kündigung ziehe er die Notbremse bevor er rote Zahlen schreiben müsse. Fast zwölf Jahre betreibt Springer das Ballhaus. Die Konditionen seien dabei über die Jahren den spezifischen Dingen angepasst. Zum Beispiel habe er nach einer grundlegenden Sanierung des Gebäudes durch die Stadt in den von ihm übernommenen Teil des Ballhauses selbst investiert. Sie sei mit der Miete verrechnet worden. Eine nochmals dreijährige Mietminderung sei zu Anfang des Jahres ausgelaufen. "Ich hatte eine Fortführung beantragt", berichtet Springer. Nach längerem Hin und Her sei er damit nicht durchgekommen und müsse deshalb noch Rückstände aus der ersten Jahreshälfte abstottern. Für Springer hat sich damit seine Miete verdoppelt und das sagt er auch jedem so. Ohnehin sehe man in Laage den Zusammenhang mit dem Gebäude Markt 8. Zweimal hatte die Stadt versucht, das Haus in ihren Besitz zu bekommen, um selbst für eine denkmalgerechte Sanierung zu sorgen. Erst im Frühjahr hatte Springer einen wohl schon sicher geglaubten Vertragsabschluss platzen lassen. Erwähnt sei, dass das Haus am Markt 8 seit dem Sommer ohne Dach ist, was den weiteren Verfall gewiss nicht aufhält.

Lochner-Borst wehrt sich gegen die Darstellung Springers. "Weder durch die Verwaltung noch durch die Wohnungsgesellschaft ist die Miete erhöht oder gar verdoppelt worden", betont Laages Bürgermeisterin, fordert Springer auf, solche Behauptungen zu unterlassen und kündigt für den Fall, dass das nicht geschehe, rechtliche Schritte an. Nachdem eine zeitlich begrenzte Regelung ausgelaufen war, gelte schlicht wieder der alte Mietvertrag, betont Lochner-Borst.

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