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Güstrower Anzeiger

11. Dezember 2017 | 16:27 Uhr

Baltico : Bake als Prototyp vor Warnemünde

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Baltico GmbH Hohen Luckow forscht, entwickelt und produziert auf Karbon-Basis / Projekt für Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund

Tüfteln, forschen, entwickeln, produzieren sowie auf dem Markt anbieten, verkaufen und bestehen. Und das noch innovativ. So arbeitet die Baltico GmbH Hohen Luckow weltweit. Ihre Spezialstrecke sind Karbon-Produkte (siehe Info-Kasten). Gerade hat das Unternehmen wieder ein Projekt umgesetzt. Allerdings dieses Mal in der Heimat, ein paar Kilometer vom Firmensitz entfernt. Baltico hat im Auftrag des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Stralsund einen Prototyp für ein neues Seezeichen im Seekanal vor Warnemünde hergestellt. Vor einigen Tagen wurde es mit dem Mehrzweckschiff „Arkona“ des WSA 120 Meter vor der Ostmole verankert.


Nach „Xaver“ musste gehandelt werden


Die Idee entstand vor zwei Jahren als Orkantief „Xaver“ so stark gewütet hatte, dass Seezeichen aus ihrer Verankerung gerissen worden waren und die Fahrrinne versperrten. „Wären größere Anker oder längere Ketten Optionen, die Seezeichen seefester zu machen?“, waren Fragen, die Dirk Berger, Sachbearbeiter für Schifffahrtszeichen im WSA, auf dem Tisch hatte. Aber bei noch mehr Sturm und immer größer waltenden Kräften war den Experten klar, dass am besten eine alternative Bake her musste. Die sollte leichter und trotzdem fester sein und Sturm und Wellen besser standhalten. Außerdem sollte sie wartungsfreier sein. Das WSA wurde auf die Baltico GmbH aufmerksam. Die hat mit Gittermasten für Seezeichen in Ufernähe bzw. für Windkraftanlagen Erfahrung. Dieses Gitterprinzip, das Wellen und Sturm wenig Angriffsfläche bietet, weil das Wasser durchläuft, wurde die Grundlage für den Baken-Prototyp.


Testphase läuft zwei Jahre


„Für uns war das eine Herausforderung und mit Karbon als Material gelang uns das“, erläutert Dirk Büchler. Der Güstrower ist der Geschäftsführer der Baltico GmbH. Mariana Koleva leitete als verantwortliche Ingenieurin das Projekt. „Das war für uns eine spannende Sache, denn die technische Umsetzung war nicht einfach. Die Tragkonstruktion der Bake entstand in zwei Teilen, die verklebt und verschraubt wurden“, erklärt die gebürtige Bulgarin.

Zwei Jahre soll die Testphase laufen. „Aber wir entwickeln die Bake jetzt schon hinsichtlich ihres Crash-Verhaltens weiter, wenn sie doch mal ein Schiff streifen sollte“, blickt Büchler nach vorn. Auch das noch verwendete Stahlrohr im Kern der Bake, das für das Übertragen der Zugkräfte sorgt, könne durch Karbon-Glasfaser-Material ersetzt werden, meint er. Dann wäre z.B. eine Korrosion vollkommen ausgeschlossen. Er geht davon aus, dass Baltico deshalb weitere Baken bauen wird.

Auch Dirk Berger kann sich das vorstellen, zumal die Seezeichen im Seekanal vor Warnemünde – 19 Tonnen stehen vor der Einfahrt – schon 40 bis 50 Jahre alt sind. Eine Karbonkonstruktion könnte das übertreffen. „Weil das Karbon leicht, fest und wartungsfrei ist sowie auch nicht mehr kostet, ist es genau das Richtige für diese Anwendung.“ Erst einmal aber gilt, dass der Prototyp getestet wird. Berger: „Da geht es um Haltbarkeit und Funktionstüchtigkeit bei Sturm und hohen Wellen, bei Eisgang und durch die UV-Strahlung.“




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