Gut Gremmelin : Bäume, Wächter und Philosophie

Die befreundeten Künstler Hartmut Henning (l.) und Wilfried Duwentester stellen auf Gut Gremmelin aus. Fotos: Christian Menzel
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Die befreundeten Künstler Hartmut Henning (l.) und Wilfried Duwentester stellen auf Gut Gremmelin aus. Fotos: Christian Menzel

Ausstellung „Wald – oder was?“ von Wilfried Duwentester und Hartmut Henning auf Gut Gremmelin

svz.de von
08. März 2016, 21:00 Uhr

Die Wächterfiguren des Bildhauers Wilfried Duwentester (69) scheinen sich wohl zu fühlen auf Gut Gremmelin. Schon zum vierten oder fünften Mal stellt der in Görzhausen in der Nähe von Burg Schlitz lebende Künstler in dem Tagungshotel aus. Immer im Gepäck sind seine martialisch anmutenden, mannshohen Skulpturen, die in Gremmelin den Park bevölkern und den Hoteleingang bewachen. Zur zweiten Jahresausstellung hat mit Hartmut Henning (75) dieses Mal ein zweiter Künstler Werke beigesteuert. Zirka 35 Acrylbilder aus seinem Atelier sind im Haupthaus und im Anbau zu sehen.

Allen Arbeiten ist gemein, dass unter ihnen die Angabe „o. T.“ – ohne Titel – stehen könnte. Das ist auch in Ordnung, denn Henning, der in Berlin geboren wurde, viele Jahre an der Komischen Oper als Bühnenbildner wirkte und heute in einem Dorf in der Mecklenburgischen Schweiz lebt, wählt als Motiv auf allen Bildern den Wald. Mal ist es ein stilisiertes Birkenwäldchen, mal ein Waldstück in den Farben des Herbstes, mal eine sonnengetränkte Lichtung, mal ungewöhnliche Sichten auf einzelne Bäume. „Ich bin schließlich kein Förster, sondern male Bilder und keine Kiefern-, Buchen- oder Birkenwälder“, bekennt Henning in seinen fast philosophischen Waldbetrachtungen trotzig, deren Lektüre sich vor dem Rundgang lohnt. Und er rät demjenigen zur Fotografie, der ein realistisches Bild vom Wald erwartet. „Meine malerischen Mittel sind Strukturen, Farben, Linien, Flächen und dergleichen. Ich versuche ein Bild zu machen und kein Abbild, das ist etwas Grundverschiedenes“, belehrt der 75-Jährige. „Wald – oder was?“ lautet denn auch der etwas provokante Titel der Präsentation, auf den sich beide Künstler einigten.

Gezeigt wird die Schau im Sommer, wenn ihre Zeit in Gremmelin abgelaufen ist, in der neuen Kunsthalle Neubrandenburg.


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