Gardener See : Badespaß? Fehlanzeige!

Heinz Wedel zeigt in Richtung Schilfgürtel, der die Breite der Badestelle um die Hälfte reduziert hat. „So wie jetzt, sah das noch nie aus“, sagt der Prignitzer Dauercamper. Außerdem muss nach seiner Meinung Sand aufgeschüttet werden.  Fotos: Hans-Jürgen Kowalzik
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Heinz Wedel zeigt in Richtung Schilfgürtel, der die Breite der Badestelle um die Hälfte reduziert hat. „So wie jetzt, sah das noch nie aus“, sagt der Prignitzer Dauercamper. Außerdem muss nach seiner Meinung Sand aufgeschüttet werden. Fotos: Hans-Jürgen Kowalzik

Heißer Draht: Camper kritisieren Zustand der Badestelle / Lohmens Bürgermeister Bernd Dikau verspricht Änderung

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24. Juni 2015, 06:00 Uhr

Badespaß am Gardener See? Fehlanzeige, denn davon kann in diesem Jahr bisher überhaupt keine Rede sein. Das hängt aber keineswegs mit dem Wetter zusammen, sondern mit dem katastrophalen Zustand der Badestelle. Den kritisieren die Camper des Zeltplatzes im „Heißen Draht“ unserer Zeitung. Zu ihrem Sprecher macht sich stellvertretend Heinz Wedel. Der Prignitzer kann das insofern sehr gut bewerten, weil er seit 1990 Dauercamper in Garden ist.


Komplett mit Schilf zugewachsen


Wedel ärgert vor allem, dass die Badestelle durch das Schilf immer mehr zuwächst. „Sie ist nur noch halb so breit wie sie einmal war“, stellt er kopfschüttelnd fest. Außerdem fehlt am Strand Sand. Wedel: „Hier kann kein Kind mehr eine Burg bauen.“ Im gleichen Atemzug zeigt er auf drei unzumutbare Sitzgelegenheiten – alte, arg verwitterte Baumstämme. Für Heinz Wedel ist das ein unhaltbarer Zustand, den die Gemeinde Lohmen zu verantworten habe, und der für den aktiven Camper nicht nachvollziehbar sei. „Das Schilf abschneiden, eine Fuhre Sand anfahren und neue Baumstämme aufbauen. Das ist doch keine große Investition, sondern eine normale Arbeit, um für Ordnung und Badefreuden zu sorgen“, meint er.

Für ihn ist das alles außerdem ein Widerspruch zum Neuanfang auf dem Campingplatz, der im vergangenen Jahr verkauft wurde (SVZ berichtete). „Da ist bisher eine ganze Menge erledigt worden, um neue Camper und Gäste der Gemeinde anzulocken. Und dann gibt es keine vernünftige Badegelegenheit an einem herrlichen See. Das ist für mich paradox“, moniert er weiter.

Henry Misch, einer der neuen Eigentümer des Platzes, hätte es auch gern anders. „Ich sehe es inzwischen nicht mehr ein, dass wir die Pflichten und Aufgaben der verantwortlichen Gemeinde Lohmen erfüllen“, erklärt er. Und weiter: „Bisher haben wir das Notwendigste getan, denn das Dumme ist, dass der Zustand auf uns zurückfällt, weil der Campingplatz immer mit der Badestelle in Verbindung gebracht wird.“

Bürgermeister Bernd Dikau will auf die Kritik reagieren, verweist aber auch darauf, dass die Gemeinde bisher nicht ganz untätig war und z.B. den Badesteg repariert hat. Das grundlegende Problem seien die fehlenden Gemeindearbeiter vom zweiten Arbeitsmarkt. „Wir haben jetzt aber zwei Kollegen, die auf 400-Euro-Basis bzw. als EU-Rentner für die Gemeinde arbeiten“, sagt Dikau. Die würden, so der Bürgermeister auf Anfrage unserer Zeitung, in dieser Woche mit einem Radlader Sand anfahren und auch das Problem der Sitzgelegenheiten klären. Was den Schilfgürtel betrifft, will Dikau mit den Platz-Eigentümern über eine Lösung sprechen.

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