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„Big Jump“ : Bad in der Nebel als Zeichen für Gewässerschutz

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Europaweite Aktion „Big Jump“ erstmals auch in Güstrow.

Ein Dutzend Frauen und Männer stiegen am Sonntag in die Nebel und nahmen ein erfrischendes Bad. Dahinter steht die Aktion „Big-Jump“, die am Europäischen Flussbadetag ein Zeichen für den Gewässerschutz setzen soll. Vorrangig Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung) stiegen an der Kuhbrücke in Güstrow in die Nebel. Ein Sprung wäre bei einer Wassertiefe von rund 70 Zentimetern zu gefährlich gewesen.

„Wir nehmen erstmals an dieser Aktion teil“, betonte Amtsleiter Harald Stegemann. Man lasse für die Zukunft noch Luft nach oben, habe die Nebel aber auch ganz bewusst ausgewählt, weil die Sanierung des Flusses ein Erfolgsmodell sei. „Der Gewässerschutz hat keine so große Lobby, wenn es über die Badewasserqualität hinaus geht“, stellt Stegemann fest. Deshalb wolle man mit der Aktion dafür werben, dass es beim Gewässerschutz um mehr als nur ums Baden geht.

In den vergangenen rund 20 Jahren sind in mehr als 20 Projekten rund sieben Millionen Euro allein an Landesmitteln in die Verbesserung der Wasserqualität der Nebel geflossen, berichtet Eckhard Kohlhas, Leiter der Abteilung Geologie, Wasser und Boden im Lung. Dabei sei es darum gegangen, ein strukturreiches und natürliches Fließgewässer wieder herzustellen und allerlei Getier ein Durchwandern der Nebel wieder zu ermöglichen. Um dies zu erreichen wurden beispielsweise Wehre zurückgebaut. An vielen Stellen, so Kohlhas, habe man die in der EU-Wasserrahmenrichtlinie geforderte Zustandsnote 2 an der 75 Kilometer langen Nebel erreichen können. „Hier ist viel Geld sinnvoll ausgegeben worden“, schätzt Kohlhas ein. Mit der Errichtung der Fischaufstiegsanlage Parum wurde das Renaturierungsprojekt, das die alte Nebel zwischen Parum und Wolken wiederherstellt – das letzte von 22 Nebel-Projekten – jüngst abgeschlossen.

Das Problem, darauf machen Stegemann und Kohlhas aufmerksam, sind die Nährstoffeinträge – hauptsächlich Stickstoff und Phosphate. Die seien bei einem Bad im Fluss an sich nicht gesundheitsschädigend, führten aber dazu, dass sich Algen entwickeln können. Dann sei ein Bad sicher „nicht mehr die blanke Freude“.

Dass dies auf die Nebel an der Kuhbrücke nicht zutrifft demonstrierten die Badenden. Munter planschten sie im Fluss und hatten auch noch einen Ball mit ins Wasser genommen.

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erstellt am 11.Jul.2016 | 21:00 Uhr

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