Super Oldie Nacht : Bach und Beatles, Beethoven und Bee Gees

Publikumslieblinge des langen Abends waren die Mädchen von „Count Down“.
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Publikumslieblinge des langen Abends waren die Mädchen von „Count Down“.

Kontrastprogramm bei der 18. Güstrower „Super Oldie Nacht“/Weit über 1000 Gäste tanzten und feierten sieben Stunden lang

svz.de von
02. November 2014, 21:00 Uhr

„Super Oldie Nacht“ in der Güstrower Sport- und Kongresshalle. Zum 18. Mal! Cheforganisator Eckhard Podacks „Lieblingskind“ ist mit 18 volljährig geworden. Und mit „Volljährigen“ geht nicht nur die Justiz kritischer um. Auch manche unter den Stammgästen haben eine – begründete – hohe und ganz spezielle Erwartungshaltung. Sie wollen tanzen, abfeiern, bei einem Cocktail mit Freunden plaudern und immer wieder tanzen. „Show acts“, nicht so jedermanns Ding, wie eine Kurzumfrage kurz nach Mitternacht etwas überraschend ergab.

Zum Tanzen indes bekamen die Oldie-Nacht-Stammgäste (und Neulinge) rund sieben Stunden lang Gelegenheit. Wer zur Oldienacht kommt, der liebt das Altbekannte, das Verlässliche, das seit Jahren Geschätzte. DJ Mario Kohlhagen und Peter Krüger übernahmen wie immer souverän und gekonnt das Begrüßen und „Einheizen“. „Heidi, der Schlagzeuger“ (Holger Fitzer) trommelte sich und die Fans mit „The Race“ von Yellow warm. Eine lange Anlaufzeit braucht die Güstrower Oldienacht nicht. Auf der Tanzfläche war sofort Betrieb! Und so blieb es die ganze Nacht über.


„Count Down“ mit tanzbaren Titeln


Für den ersten Höhepunkt des Abends sorgten eine „Piratenband“ aus Hamburg: „Count Down“. Wo man sich im Publikum auch umhörte, ihr Premierenauftritt in Güstrow und ihre Zusammenstellung durchweg tanzbarer Titel kam beim überwiegenden Teil der Oldie-Nacht-Gäste sehr gut an. „Super Auftritt! Cooler Mix!“ – der kurze und prägnante Kommentar von Christian-Kurt Klaus (35) aus Güstrow, der die Vorstellung der Hamburger mit dem Auge des Musikprofis sah.

Die Herolds, 1966 gegründete Güstrower Schulband, sind den meisten Partygängern bestens bekannt. Zwei der Gitarristen, Gerhard Ziglowski und Reinhard Steltner, kommen seit langem aus Berlin bzw. Beckum (NRW) extra zur Oldienacht nach Güstrow. Und spielen jedes Jahr mit Begeisterung und Hingabe – u.a. „Poor boy“ (1965) von den Lords oder „Paint it black“ (1966) von den Stones. Ein einer 20. „Super Oldie Nacht“ könnten die Herolds ihr „50-Jähriges“ feiern.


„Jump“ fiedelte und flitzte über die Bühne


23.20 Uhr stürmten Stargäste die Bühne. Jump – drei jungen Geigergrazien, die ihr diplomiertes musikalisches Können in der Klassik erwarben und nun diese unvergängliche Musik mit Rock und Pop mischen. In atemberaubendem Tempo flitzten und fiedelten Mascha, Elena und Lea über die Bühne. Einem Rock-Medley folgten Ohrwürmer wie „Cotton Eye Joe“ und der „Cancan“. Schließlich Klassik Rock im Schockintervall: Steppenwolfs „Born tob e wild“ folgte jäh Beethovens Neunte („Freude schöner Götterfunke“). Und als Zugabe „Moskau“. Vor der Bühne jubelten viele Fans. Aber nicht alle im Saal konnten der Spitzennummer des international gefragten Trios etwas abgewinnen. Mancher war allein zum Tanzen und nicht zum Konzert gekommen. Dennoch: Ohne Eckhard Podacks Beziehungen und Anstrengungen wäre Güstrows Kulturszene ein einmaliges Live-Erlebnis verwehrt geblieben.

In der „Eastern Comfort Band“ schließlich hatte „Rockröhre“ Dörte Knipp ihren bejubelten Auftritt, denn ihr Repertoire reicht von Tina Turner über Ute Freudenbergs Evergreen („Jugendliebe“) bis ihn zu Helene Fischer. Einfach „atemlos“ auch diese Dörte. Eckhard Podack spielte nach seinem Auftritt mit den Herolds auch in dieser Band. Und der Berliner Ziglowski ließ sich den Gastauftritt mit Citys „Am Fenster“ natürlich nicht nehmen.

Gegen halb Zwei vereinte die „Session“ noch einmal alle Musiker auf der Bühne. Bob Dylans unvergänglicher und vielfach kopierter Dauerbrenner „Knockin on heavens door“ in vielfacher und freier Einzel- bzw. Gruppeninterpretation. Wow! Ganz allmählich leerte sich der Saal. Weit mehr als 1000 Gäste mögen es gewesen sein.


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