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Kuhs: Ampel oder Zebrastreifen gefordert : Autolawine gefährdet Schulkinder

vom

Dienstagmorgen um 7 Uhr in Kuhs an der Bundesstraße 103. Vanessa Jaeger, Laura Michael und Florian Freuer wollen mit dem Schulbus zur Schule. Sie müssen aber sehr lange stehen ehe sie über die Straße können.

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erstellt am 07.Aug.2012 | 07:47 Uhr

Kuhs | Dienstagmorgen um 7 Uhr in Kuhs an der Bundesstraße 103. Der Verkehr rollt unermüdlich. An der Straße stehen Vanessa Jaeger, Laura Michael und Florian Freuer. Sie wollen mit dem Schulbus zur Schule. Sie müssen aber sehr lange stehen ehe sie über die Straße können. Vanessa Jaeger: "Ich muss manchmal bis zu zehn Minuten warten. Und dann ist es auch immer noch gefährlich. Oft habe ich Angst." Und die Zwölfjährige gehört in Kuhs schon zu den Größeren. Daher empfingen es jüngere Schüler, darunter Erstklässler, noch schlimmer.

Deshalb haben Eltern in Kuhs einen neuen Vorstoß gestartet, um für ihre Kinder den Schulweg sicherer zu gestalten. Es geht ihnen in erster Linie um das sichere Queren der Bundesstraße. "Das ist aber nicht möglich, weil die Autolawine rollt und rollt und rollt", bekräftigten gestern Morgen Doreen und Thomas Jaeger. Sie hatten das Problem bereits auf der vergangenen Gemeindevertretersitzung angesprochen. Thomas Jaeger: "Muss erst etwas passieren ehe reagiert wird? In anderen Orten funktioniert es doch auch. In Sarmstorf und Kritzkow gibt es Bedarfsampeln. Das ist aber die gleiche Straße mit dem gleichen Verkehr in beide Richtungen. Warum gibt es also für Kuhs keine Lösung?"

Enttäuscht waren sie auf der Sitzung von der ersten Reaktion von Ordnungsamtsleiter Harald Teichmann. Der führte fehlendes Geld und die Statistik, dass die Zahl der Fahrzeuge vermutlich nicht für eine Verkehrsberuhigung ausreiche, ins Feld.

Bürgermeister Ulrich Bismarck erklärte, dass die Gemeinde den Antrag für eine Ampel oder einen Fußgängerüberweg stellen wird. Aber auch er ist wegen der Antworten aus vergangenen Jahren eher skeptisch, weil bisher keiner der Anträge genehmigt wurde. Speziell zum Thema Ampel, an der sich die Gemeinde finanziell beteiligen müsste, sagt er: "Das können wir nicht beißen."

Die Eltern werden die Antwort abwarten. Thomas Jaeger: "Aber lockerlassen werden wir nicht, auch wenn es eine Absage geben sollte. Wenn nötig, sperren wir die Bundesstraße dann auch mal mit einer Demo ab."

Haushalt: "Die bösen Zeiten sind vorbei"

Diese Diskussion war auf der Gemeindevertretersitzung die schlechte Nachricht. Die gute war, dass der Bürgermeister erklärte - allerdings im Widerspruch zum finanziellen Problem Ampel - "die bösen Zeiten sind vorbei". Das sagte Ulrich Bismarck nach dem Beschluss des Haushaltsplanes für 2012. Kuhs habe einen guten Weg hinter sich. Es sei in der Gemeindenach den Jahren im Minus und mit einem Haushaltssicherungskonzept kontinuierlich vorwärts gegangen. Bismarck: "Wir haben sparsam gewirtschaftet. Aber vor allem stehen die Einnahmen aus den Windrädern, die sich in unserer Gemeinde drehen, positiv zu Buche." 20 000 bis 30 000 Euro kommen damit jährlich in die Gemeindekasse. Bismarcks Fazit auch für die Zukunft: "Es sieht gut aus."

Allerdings erstaunt dieses Resümee insofern einen Außenstehenden, weil in diesem Jahr in der Gemeinde keine Investionen geplant sind. Auf eine, um die es seit Jahren geht, hoffen die Gemeindevertreter. Aber sie wird vermutlich erst 2013 realisiert: die Straße nach Zehlendorf. Bismarck: "Diese Straße ist Schrott und wird von uns seit Jahren immer wieder für viel Geld repariert. Aber die 4000 bis 5000 Euro möchten wir uns gern sparen, weil sie sich ja jedes Jahr aufs Neue in neue Schlaglöcher auflösen." Der Bürgermeister erklärt, dass es bisher "halbe Zusagen" für den Ausbau der Straße gibt, denn es geht auch um Fördermittel vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt und vom Landkreis. Letzterer, weiß der Bürgermeister, betrachtet den Ausbau der Straße mittlerweile auch "wohlwollend". Das aber kann die Gemeinde letztlich nicht beeinflussen. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und für dieses so wichtige Vorhaben die 100 000 Euro Eigenmittel längst gebunkert", erklärt Bismarck.

Verspätetete Etatbeschlüsse wegen Doppik-Einführung

Wie in allen Gemeinden des Amtes Güstrow-Land wurde auch in Kuhs der Etat jetzt erst auf den Weg gebracht. Gründe: die Einführung der doppelten Haushaltsführung (Doppik), verbunden mit einer sich verzögernden Schlussrechnung 2011 nach dem alten System. Für Bismarck und und andere Bürgermeister-Kollegen waren diese Erklärungen in den vergangenen Monaten zwar nicht immer nachzuvollziehen, aber es habe keine Alternative gegeben, versichert Rita Burchard, Leitende Verwaltungsbeamtin.

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