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Tödlicher Zugunfall bei Schwaan : Autofahrer umfährt Schranke und wird von Zug erfasst

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Ein Autofahrer wird bei Neu Wiendorf von einem Regionalexpress erfasst, Fahrer tot, 500 Reisende müssen evakuiert werden

Schreckliches Ende einer Zugfahrt: Am Sonntagabend kollidierte ein Regionalexpress auf der Gleisanlage in Neu Wiendorf mit einem Auto. Der Fahrer starb.

Der Zug aus Rostock war in Richtung Schwaan unterwegs, als sich im Büdnerweg in Neu Wiendorf die Halbschranken schlossen. Ein  Autofahrer fuhr dennoch weiter und wurde vom herannahenden Zug erfasst. Der Triebwagen schob den  schwarzen Ford Mondeo   mehrere hundert Meter im Gleisbett vor sich her. Dabei wurde  das Auto unter den Zug gedrückt, der schließlich nach gut 350 Metern zum Stehen kam. Der Aufprall war so heftig, dass durch umherfliegende Teile am Unfallort ein an den Gleisen befindliches Haus an der Fassade und am Dach beschädigt wurde. 

Betreuungsdienste versorgen Reisende

Bei den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Schwaan ging der Alarm gegen 19.55 Uhr ein.  „Sechs bis acht Minuten später waren wir vor Ort“, berichtet Frank Ohde, stellvertretender Gemeindewehrführer und Einsatzleiter an diesem Abend.  Die Kameraden trafen direkt nach dem Rettungsdienst und dem Notarzt an der Unfallstelle ein. Die Rettungskräfte konnten für den Fahrer des Pkw nichts mehr tun, er wurde tödlich verletzt. Der Zugführer erlitt einen Schock.

Im Zug befanden sich etwa 450 Fahrgäste, „die wir im Zug behalten haben“, erklärt Frank Ohde. Die Klimaanlage sei bewusst angeschaltet geblieben, um zu verhindern, dass die Fahrgäste den Zug ungeordnet verlassen. Erst als die Strecke für den weiteren Zugverkehr komplett gesperrt wurde, konnten sie die Abteile gefahrlos verlassen.

„Wir haben dann den Betreuungsdienst in Güstrow und Bad Doberan alarmiert“, berichtet Ohde. Die Kameraden kümmerten sich um die Reisenden und versorgten sie unter anderem mit Getränken und Essen. Zunächst gab es keine Verletzten, nachdem sich jedoch der erste Schock gelegt hatte, meldeten sich mehrere Leichtverletzte. So erlitt eine Person ein Schleudertrauma, eine andere machte einen verwirrten Eindruck und wurde versorgt.

Ein Bergungswagen der Bahn wurde an den Unfallort geschickt. Dort konnte der Zug, an dem Sachschaden entstand, wieder fahrbereit gemacht werden. Die übrigen Waggons wurden abgekoppelt, sodass viele Passagiere zurück nach Rostock fuhren.

Die übrigen Reisenden wurden mit Privatfahrzeugen abgeholt oder mit einem Bus zum Rostocker Hauptbahnhof gebracht.

Belastungsprobe für die Kameraden

Für die Feuerwehrleute fing die eigentliche Arbeit jetzt erst an. Es wurde alles stromlos geschaltet. „Vorher dürfen wir nicht arbeiten“, erläutert Frank Ohde. Es war bereits dunkel, als die Bergung beginnen konnte. „Wir haben das Auto an den Gleisen fixiert“, so Ohde. Mithilfe einer Diesellock wurde der Triebwagen dann zurückgesetzt. Erst jetzt war es den Kameraden möglich, den tödlich Verunglückten zu bergen. Das Autowrack wurde schließlich von einem Bergungszug mit Kranaufsatz  Richtung Straße gehoben, wo es von einem Abschleppwagen abtransportiert werden konnte. „In dem Gelände, wo wir uns befanden, konnte kein Kran ran“, so der Einsatzleiter. Die Bedingungen für die Rettungskräfte waren denkbar schwierig, die Gleise nur umständlich zu erreichen. Wie es zu dem Unfall kam, müssen nun Dekra und Kriminalpolizei klären.

Für die Schwaaner Kameraden war es ein schwieriger Einsatz mit einer kräftezehrenden Bergung, die durchaus auch zur Belastung werden kann. „Wir wissen, wen wir da einsetzen können – alle anderen schicke ich weg“, sagt der stellvertretende Wehrführer entschieden. Im Nachhinein würde er mit den Kameraden sprechen. Auch die Möglichkeit zur Notfallseelsorge bestehe. Die Feuerwehrleute haben gelernt, mit derartigen Situationen umzugehen. Geschlafen habe er nach dem Einsatz, der erst halb vier Uhr nachts endete, jedoch nicht mehr, sagt Frank Ohde.

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erstellt am 24.Jul.2016 | 20:59 Uhr

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