Ökologiepreis 2014 : „Auswege“ konsequent umgesetzt

Susanne Damm in ihrem preisgekrönten „Sampan“
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Susanne Damm in ihrem preisgekrönten „Sampan“

Susanne Damm aus München gewinnt Kunstpreis Ökologie 2014 der Barlachstadt / Am Sonntag fand Finissage in Wollhalle statt

svz.de von
07. Juli 2014, 06:00 Uhr

Der Kunstpreis Ökologie der Barlachstadt Güstrow geht an die Münchener Performance-Künstlerin Susanne Damm. Die 45–Jährige konnte gestern Nachmittag zur Finissage der 17. Ausstellung „Kunst und Umwelt“ den mit 2000 Euro dotierten und von den Güstrower Stadtwerken gesponserten Preis aus den Händen von Geschäftsführer Edgar Föniger entgegen nehmen.

Die mit der Grafikerin Christin Wilcken, dem Bildhauer Günter Kaden und dem Museumsleiter Dr. Volker Probst besetzte Jury hatte sich einstimmig für das Werk der Münchnerin, die ein Video vom Bau eines in Ostasien weit verbreiteten Sampans aus einfachen Mitteln eingereicht hatte, entschieden. Als Zugabe hatte die Künstlerin ihr Gefährt in einer Vorstellung in Güstrow gebaut und auf dem Schlossgraben getestet (SVZ berichtete). „Susanne Damms Arbeit ‚Sampan’ war für die Jury die konsequenteste Auseinandersetzung des für die 17. Ausstellung ‚Kunst und Umwelt’ vorgegebenen Themas ‚Auswege’. Ihr Resultat, eine Kombination von Rauminstallation und Performance, überzeugte die Jury ohne Vorbehalte“, begründete Günter Kaden in seiner Laudatio die Entscheidung.

Susanne Damm erzählte, dass sie das Hochwasser 2013 auf die Idee gebracht habe. Sie habe das Boot aus dem verschlissenen Fußbodenbelag ihres Ateliers gefertigt und sei damit symbolisch ins Ungewisse aufgebrochen. Schon immer habe sie davon geträumt, ein Boot zu bauen, hatte dafür aber nicht die Mittel. Das Erlebnis Hochwasser und der Wunsch nach einem Boot hätten den Blick auf die „ausweglosen, von Menschen gemachten ökologischen Ungleichgewichte“ gelenkt, schilderte sie den Weg zu ihrem Kunstwerk.

Für die Stadtwerke erklärte Geschäftsführer Edgar Föniger, dass sich sein Team mit den Ausstellungen „Kunst und Umwelt“ und besonders mit dem diesjährigen Thema „Auswege“ verbunden fühle. „Wir haben jeden Tag mit Herausforderungen zu tun, für die wir nicht selten Auswege finden müssen“, erklärte er. Und für eine gesunde und saubere Umwelt trete das Unternehmen schon deshalb ein, weil eines ihrer Produkte sauberes und unverfälschtes Trinkwasser sei.

Die Künstlerin verband ihre Dankesworte mit einem Kompliment an Güstrow. „Sie haben hier Ruhe und Stille und Vögelgezwitscher, wofür man sie im hektischen München beneiden kann“, sagte sie. In ihrer aktuellen Arbeit beschäftigt sie sich wieder mit Videoinstallationen. „Ich male Motive mit purem Wasser auf Zeichenpapier und halte im Video fest, wie das Wasser verdunstet. Das ist ein ewiger Zyklus von Werden und Vergehen“, erklärte sie.




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