Turmfest : „Aussichtsturm gehört zum Programm“

Steffen Pentzold und Astrid Mäbius genießen den Ausblick.
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Steffen Pentzold und Astrid Mäbius genießen den Ausblick.

Premiere für Krakower Turmfest litt unter der großen Hitze / Veranstalter hofft dennoch auf Fortsetzung

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06. Juli 2015, 06:00 Uhr

„Die Sonne scheint bei Tag und Nacht – el viva Espana!“, sang Detlev Plagemann inbrünstig zu den Blasmusikklängen der Feuerwehrkapelle. Gedankt wurde der wackere, einstündige Auftritt am Sonnabendnachmittag zur besten Kaffeezeit mit nur spärlichem Applaus. Wenige fanden sich ein auf der Freilichtbühne am Jörnberg, wo erstmals ein Turmfest gefeiert wurde. Kein Wunder bei 36 Grad im Schatten – die Wochenendhitze traf die Organisatoren und Mitwirkenden des Festes mit voller Wucht. Denn zwar war alles an Autostellflächen rund um den Turm besetzt – doch die allermeisten Insassen zog es in die benachbarte Badeanstalt.

Derweil hallte die Musik vom Mittelalterrummelmarkt, der auf dem Nebenplatz der Fußballer sein Lager aufschlug, bis unter das Turmdach hoch oben auf den Berg hinauf. „Ist das herrlich!“, kommt dort Astrid Mäbius dort ins Schwärmen, als sie die 126 Treppenstufen unter sich hat. „Dieser Ausblick entschädigt“, meint die Güstrowerin, die mit Steffen Pentzold zum Turmfest kam. „Dort unten, bei der GST, bin ich aufgewachsen“, zeigt der gebürtige Krakower hinunter zum Seesportclub, wie der Verein heißt, der heute auf dem Gelände der ehemaligen Gesellschaft für Sport und Technik ansässig ist. Mehrmals jedes Jahr, sagt der Güstrower, steige er auf den Turm, um die wunderschöne Umgebung des Luftkurortes von oben zu sehen, und er mache auch auf dem Wasser wieder aktiv mit: „Wenn wir mit Urlaubern auf den See fahren, gehört der Turm immer mit zum Programm. Manche können wir dazu bewegen, sogar wiederholt am Tag hochzusteigen“, freut sich der häufige Besucher. „Und Gott sei Dank! kümmern sich welche ehrenamtlich um den Turm.“ Angebracht ist über dem Eingang nun auch endlich wieder eine kleine Tafel, von der man knapp die wichtigsten Daten erfährt. 20 Jahre steht er nun über dem Jörnberg – Grund zum Feiern.

Kurz nach Steffen Pentzold und Astrid Mäbius bekam der Turm wieder Besuch, pilgerte die kleine Musikergemeinde „FreyKlang“ mit Sackpfeifen und Tommeln hinauf. „Wir wollen mal sehen, ob wir die Krakower wach machen können“, hoffte Paul Pingel. Der Krakower hatte die Truppe aus Zidderich voriges Jahr beim Fischerfest kennengelernt. Basstrommler Peter Heitmann: „Da hatten wir nur für ein Hutgeld gespielt. Es hat sich gelohnt! Als wir dann Paul trafen, haben wir schnell beschlossen, gemeinsam etwas zu machen.“ Was, das konnten die Besucher des Festes auch am Abend erfahren, als die Band mittelalterliche Musik, unterstützt von der Gitarre, zu Gehör brachte.

„Turm in Flammen“ – das ging natürlich an diesem Wochenende gar nicht und die Idee war wegen der zunehmenden Waldbrandgefahr, dazu kein Wasser, kein Strom, schon vorher abgeblasen. Doch trotz der Besucherflaute tagsüber war Sebastian Korth, Ausrichter des Festes von BK-Event aus Groß Wokern, nicht unzufrieden mit der Premiere. Korth: „Knapp 500 Leute Freitagabend zur Party, das war ein guter Start. Schade dass es so heiß war, und nachts mussten wir beim Unwetter sogar abbrechen. Ich würde das Turmfest aber gerne zu einer Tradition machen.“  

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